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Mach, was DIR gefällt #1 – Erste Gedanken

Meine liebe Kollegin Sarah Force führt eine Kolumne und hat dort unter anderem schon angesprochen, dass sie keine Kinder möchte und außerdem noch bei ihren Eltern wohnt. Auch auf die entsprechenden Kommentare, die darauf folgten, geht sie ein, weil sie dafür verurteilt wird und sich schämt. Mich bringt das zu der Frage: Mein Gott, in was für einer Welt leben wir eigentlich?

Wie ihr sicher schon bemerkt habt, bin ich gut darin – richtig gut! – Dinge festzustellen und herauszufinden, was mir das Leben erleichtert und wodurch ich glücklicher werde. Nur an der Umsetzung hapert es dann. Um mal so richtig loszulassen und meinem Gefühl zu folgen, bin ich viel zu fixiert auf das, was andere von mir denken könnten und dem Bild, das sie von mir haben. Aber … warum eigentlich?

Zum größten Teil liegt das wohl an dem Selbstbild, das ich von mir habe. Ich finde mich scheiße, was für euch sicher keine Überraschung ist. Die meiste Zeit des Tages zweifle ich einfach an allem, was ich tue, aber besonders kritisch bin ich auch bei Dingen, die ich gar nicht so leicht ändern kann. Mein Äußeres zum Beispiel. Und meine Persönlichkeit. Bei Menschen mit einem schwierigen Charakter – und dazu würde ich mich jetzt zählen – ist es nicht einfach, sie einzuschätzen und mit ihnen umzugehen. Gut, statt schwierig, passt das Wort „sensibel“ wesentlich besser zu mir. Eine falsche Bemerkung und ich bin am Boden, da ist es wirklich nicht leicht, Kontakte zu halten.

Versteht mich bitte nicht falsch, ich kann recht gut mit Kritik umgehen, zumindest, wenn sie begründet ist und keinen Angriff auf meine Person darstellt. Leider beziehen sich aber viele Sätze, die mein Herz zum Bluten bringen, direkt auf mich, mein Leben und die Entscheidungen, die ich getroffen habe, um mich wohlzufühlen. Mir ist bewusst, dass ich nicht alles richtig mache, sollte ich denn überhaupt mal etwas richtig machen, aber es sind immer noch Dinge, die ich nur für mich mache.

IMG_0489Oft wird zum Beispiel gesagt, ich sei eine Stubenhockerin. Es wird sich lustig gemacht, über die Angst, die mich immer befällt, wenn ich meine Wohnung verlasse oder mit fremden Leuten Kontakt habe. Wenn ich telefonieren oder mit jemanden reden muss, bin ich danach schweißgebadet und nahe an einer Panikattacke. Witzig finde ich das nicht besonders, denn eigentlich ist das purer Stress für mich und so einfach, wie jeder meint, ich könne diesen Umstand ändern, ist es dann ja leider auch nicht. Glaubt wirklich irgendjemand es sei schön, in die Stadt zu fahren, wenn sich der Herzschlag beschleunigt und der Magen sich verkrampft? Wenn man die ganze Zeit zu Boden starrt aus Angst davor, jemanden in die Augen zu sehen und vielleicht einen dämlichen Kommentar zu hören, weil mein Aussehen oder meine Kleidung nicht dem gesellschaftlichen Ideal entspricht? Ist. Es. Nicht.

Und jedes einzelne, negative Wort kränkt mich und wirft mich wiederum um Lichtjahre zurück in meiner Entwicklung, an der ich seit Jahren arbeite. Ja, ich sehe nicht typisch deutsch aus. Selbst im Winter habe ich einen südländischen Teint und im Sommer sehe ich aus, als hätte ich im Toaster übernachtet. Dafür kann ich aber nichts, ich habe mir das NICHT ausgesucht! Und niemand hat das Recht mich deshalb zu beleidigen. Schon gar kein Fremder! Ist ja nicht so, als würde ich mich stundenlang aufs Solarium knallen, nur um schön braun zu sein …

Solche Geschichten gibt es auch zu meinen Klamotten, zu meinen Haaren, meinem Gewicht, meiner persönlichen Meinung „Oh mein Gott, wie kannst du nur DIESES oder JENES tun?“ und „Hey, schau dir DIE mal an, wie die aussieht …“

Meistens denke ich im ersten Moment: Leck mich! Doch das sage ich nicht. Ich sage gar nichts. Ich schleppe mich nach Hause und heule, weil mich solche Sprüche einfach zu tiefst verletzen.

Und dann lese ich im Internet Aussagen wie „Na, was erwartest du, wer SOLCHE Bücher liest, von dem kann man ja nichts anderes erwarten.“ Als wäre jemand dumm oder was auch immer, nur weil er gern bestimmte Bücher und Genre liest. Was danach immer folgt sind Scham und Rechtfertigung. Andere Menschen äußern sich und versuchen, zu erklären, weshalb sie Buch x so toll finden. Auch was privatere Dinge angeht, halten sich die Leute nicht mit ihrer Meinung zurück.

Was der zweite Grund ist, weshalb ich mich auch im Internet nicht wirklich frei bewege, weshalb ich jedes Mal überlege, überhaupt einen Kommentar oder einen Beitrag zu veröffentlichen, weshalb ich mich mit Social Media so schwer tue:

Unsere Gesellschaft.

Es heißt „Sei du selbst“, aber wie soll man das machen, wenn es regelmäßig verbale Schläge hagelt?

Auf Instagram zeige ich niemals mein Gesicht, auch nicht meinen Körper. Ich bin der Meinung, ohne Make-up kann ich mich der „Öffentlichkeit“ nicht präsentieren und mit Übergewicht geht das auch nicht, also verstecke ich mich. Wow, das ist echt krank. Also, die Tatsache, dass ich überhaupt so denke und dass es im 21. Jahrhundert noch Menschen gibt, die sich für irgendetwas schämen und verstecken, was eigentlich normal sein sollte. Egal, um was es dabei geht.

Hach ja, ich bin nicht das idealbild einer Frau, ich bin keine Schönheitskönigin. Mir ist das egal, solange mich niemand sieht, aber ohne einen Komplex das Haus verlassen oder ein Bild posten? Never! Was das angeht, bin ich schon zu sehr auf das geprägt, was unsere Gesellschaft noch immer fordert: Hübsche, schlanke Menschen, die einen ganz normalen Job haben.

Dabei will ich gar nicht in dieses Bild passen. Es ist nämlich so, dass ich mich ganz wohl fühle, so wie ich bin. Sowohl mit meinem eigensinnigen Charakter als auch dem Rest von mir. Ich habe allerdings durch die Meinung anderer Menschen gelernt, mich nicht zu mögen und mich anzupassen, obwohl es gegen meine Natur geht. Ich habe gelernt, dass der Blick in den Spiegel und auf die Waage enorm wichtig ist. Dass es wichtig ist, Ja zu sagen, wo ich eigentlich Nein schreien will, weil ich eben anders denke, auch wenn es mir mit dieser Einstellung schlecht geht.

Wie gern ich doch mal sagen würde: „Ich bin Jenny, ich mag … und bei Tierfilmen muss ich weinen, weil sie mich so berühren.“ Mein Gott, wer weint schon bei Filmen? Stell dich nicht so an, ist eh alles nicht echt. Solche Reaktionen würde ich erwarten, deshalb sage ich so etwas nicht. Weil Sätze wie: „Das ist scheiße!“ oder „So was ist doch echt peinlich“ zu unserem Alltag gehören, dabei sind sie so falsch. Gerne könnt ihr sagen „Ich FINDE das scheiße, weil …“ ist eure Meinung und die dürft ihr ja äußern, aber eswas als allgemein scheiße abzustempeln, ist eben eine andere Sache …

Übrigens Thema Meinung: Ob man wirklich immer seinen Senf dazugeben muss und damit vielleicht einen anderen verletzt, finde ich irgendwie auch fraglich. Ich habe nichts gegen Diskussionen und Meinungsaustausch, aber Höflichkeit und freundlicher Umgang sollten doch immer gehen, oder?

Ich habe jedenfalls keine Lust das alles länger mitzumachen und mich für irgendetwas zu schämen, was für mich persönlich vollkommen normal ist. Es ist das Problem unserer Gesellschaft, nicht mein eigenes! Aber so gern ich mich auch freier zeigen würde, Bilder von mir bei Instagram und spontane Beiträge, werde ich das nicht. Eben weil es Menschen gibt, die immer noch andere für alles mögliche verurteilen. So ungern ich dieses Spiel auch mitmache, ich tue es, um mich selbst zu schützen, bis es mir irgendwann nichts mehr ausmacht angegriffen zu werden. Oder bis endlich jeder Mensch begriffen hat, dass Vorurteile und Verallgemeinerungen nicht mehr in unsere Zeit gehören …

ProjektplanerWas ich aber nicht mehr mache: Mich für meinen Buchgeschmack schämen oder für das, was ich schreibe. Mich wegen meinem Teint oder meinem Gewicht verstecken. Mich selbst hassen, weil ich einfach nicht in diese Welt passe. Denn vielleicht passt diese Welt auch einfach nicht zu mir. Vielleicht bin ich nicht zu emotional, sondern die Gesellschaft zu abgestumpft? Vielleicht bin ich gar nicht rebellisch, sondern finde es einfach nur gut, eine eigene Meinung zu haben und kämpferisch zu sein (innerlich zumindest haha -.-)!

Funfact: Mir fällt es einfacher, mich für andere stark zu machen als für mich selbst, ist auch so ein Teil meiner komischen Persönlichkeit. Ich habe liebens gern meine Brüder verteidigt, während ich stumm eingesteckt habe …

Innerlich bin ich also ein Hau-drauf-Mädchen und das möchte ich auch gern nach außen sein. Ein kleiner Schritt dahin ist, dass ich mehr Dinge machen möchte, die mich glücklich machen, ganz egal was andere darüber denken.Ja, mein Gott, dann wälze ich mich halt im Laub und werde angestarrt, aber es macht fast so viel Spaß wie Schneeengel (Wann habt ihr das letzte Mal einen Schneeengel gemacht?) Ich möchte meinen eigenen Weg gehen und ich weiß, er passt nicht in das Gesellschaftsbild. Weil ich ein Freigeist bin, mit einem Maß an Empathie, das mich manchmal sehr belastet. Ich möchte meine Gefühle offen zeigen, ich möchte in die Welt heraus schreien, wenn es mir gut geht, aber auch nicht verbergen, wenn es nicht so ist. Ich möchte verdammt noch mal ECHT sein, ohne wieder eine Maske zu tragen, wie ich es jahrelang getan habe. Es war schwer genug das Ding loszuwerden, da will ich mich von nichts und niemandem wieder reindrängen lassen.

Hallo, ich bin Jenny, ich lese unglaublich gern Jugendbücher und New Adult Romance, weil ich daraus sehr viel mitnehme und sie meiner Seele guttun. Ich zocke auch sehr gern Videospiele, bin ein Serienjunkie und bewundere starke Frauen, weil ich eben gern selbst eine wäre. Ich liebe meinen Mann über alles und zeige das auch gern, indem ich ihm kleine Geschenke mache, obwohl er nicht Geburtstag hat und auch nicht Weihnachten ist. Ich freue mich gern für andere, wenn sie Erfolg haben, aber es macht mich traurig, wenn ich schlechte Nachrichten höre oder es Menschen, die ich mag schlecht geht. All das bin ich, genauso wie ich auch eine etwas übergewichtige Frau mit dunklem Teint bin, die Fehler und Macken hat. Und man fand ich es geil, dass eine gewisse Autorin es auf die Spiegel-Bestseller-Liste geschafft hat, dabei kenne ich sie nicht. Und ihr wisst nicht, wie bolle ich mich auf ein gewisses Buch freue, das im Februar erscheint. (Ich nenne bewusst keine Namen oder Titel, weil ich mir nicht anhören will, ich würde schleimen, habe ich nicht nötig, ich freue mich WIRKLICH für die beiden Autorinnen <3) Ach ja, ihr glaubt sicher auch nicht, wie gerne ich meinen Kollegen mit ihren Projekten helfe, wenn ich es kann. Denn das sind keine Konkurrenten für mich, sondern Leute, die ich gern habe. Und da hat auch Neid nichts zu suchen. Gut, ich bin ein wenig neidisch, aber nur, weil ich sehe, wie selbstbewusst viele meiner Kollegen sind. Das kann ich wirklich nur bewundern, denn ich weiß, dass auch sie zweifeln. Weil es normal ist, menschlich. Aber sie stehen zu sich selbst und DAS möchte ich irgendwann auch für mich …

Und jetzt überwinde ich mich und zeige ein Bild von mir. Bitte nicht auf den Hintergrund achte, meine Bücherregale wollen erst noch gefüllt werden ;-D Und ja, verschwommen ist das Bild auch und und und …

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6 Kommentare zu „Mach, was DIR gefällt #1 – Erste Gedanken

  1. Wow.

    Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht damit, dass ich gerade sehr berührt von deinen Worten bin und mich in fast allen wiedererkannt habe. Dass ich dich so gern in den Arm nehmen würde, um dir zu sagen, was für ein toller Mensch du bist. Wie viel Mut es dich gekostet haben muss, ein Bild hochzuladen. Und wie stolz ich auf dich bin, dass du es geschafft hast.

    Ich glaube, was viele in dieser Gesellschaft vergessen haben (wozu Social Media meiner Meinung nach einen großen Beitrag leistet), ist menschlich zu sein.

    Dazu gehört für mich, andere so sein zu lassen, wie sie sind. Mit allen Makeln, Ecken und Kanten, die jeder Mensch von uns hat, selbst die Beauties, selbst die Promis. Alle. Jeder einzelne von ihnen (gut. Vielleicht nicht Emma Watson, aber selbst die hat bestimmt Makel. Das würde mich zumindest beruhigen, haha :D) Menschlich zu sein, heißt für mich aber auch, Emotionen zu zeigen. Dazu zu stehen, wer man ist.

    Ich habe ein Jahr lang mit unregelmäßigen Instastories gebraucht, um mich einigermaßen wohl zu fühlen vor der Kamera. Und das auch nur mit dem Wissen, dass das Zeug nach 24 Stunden wieder weg ist (jaja, das Internet vergisst nie). Ich will und kann mich nicht mit Schminke zuklatschen. Also habe ich meine Akne bewusst in den Mittelpunkt gestellt. Wenn ich es thematisiere, nehme ich anderen den Wind aus den Segeln und bisher haben alle (!) das richtig positiv und toll aufgenommen.

    Es gab auch einige Momente, in denen ich vor der Kamera geweint habe. Dass das manchen zu privat ist, verstehe ich. Aber ich mache auch das bewusst. Um zu zeigen, dass wir menschlich sind und alle Emotionen haben und dass es nur das Denken der Gesellschaft ist, dass so etwas als Schwäche hinstellt.

    Es kostet mich Überwindung und manchmal frage ich mich, ob es so gut ist. Ob es schlau ist, über solche Themen zu bloggen. Bis ich verstehe, dass allein dieses Unwohlsein schon ein Resultat ist, weswegen man unbedingt darüber reden sollte, um solche Tabus, die keine sein sollten, aufzubrechen.

    Alles, was ich bisher von dir weiß, fand ich beeindruckend und wirklich stark. Es müsste mehr Leute geben wie dich, die offen zu dem stehen, was hier falsch läuft. Und dass du anderen den Erfolg gönnst, kann ich definitiv bestätigen. Mit wie viel Herzblut und Detailgenauigkeit du meinen Krempel korrigiert hast, vergess ich dir nie. Das ist definitiv eine deiner Stärken und ich bin mir sicher, dass du irgendwann an den Punkt kommst, an dem du dich von all dem Mist, der war, loslösen kannst, um richtig durchzustarten. Und dann rockst du los. Versprochen.

    Wann immer du mal einen Anstupser brauchst, oder jemanden, der dir sagt, dass du toll, wertvoll und stark bist oder mal einen Tritt in den Hintern, wenn die Zweifel zu stark werden: Schreib mir und ich bin für dich da ❤

    Und sorry für den langen Text 😀

    Liebe Grüße,
    Sarah

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Sarah ❤

      Erst einmal: danke fürs rebloggen. Mal wieder so ein Technikknifff, den ich nicht gekannt habe (haha), du musst mir in einer Mail mal sagen, wie das geht (Was auch wieder so eine Sache ist: zugeben, dass man etwas nicht kann und um Hilfe bitten, dafür schämen sich auch schon viele. Ich früher auch, jetzt zum Glück nicht mehr!)

      Deine lieben Worte kommen schon einer Umarmung gleich und ich finde es schön, dass ich dich mit meinen Gedanken so berühren konnte ❤

      Hier auf meinem Blog fällt es mir wesentlich leichter, ich selbst zu sein als zum Beispiel bei Facebook. Natürlich wird der Beitrag auch geteilt, aber dort kaum angeklickt (Reichweite und so, außerdem lesen nur wenige so lange Posts), deshalb sehen das vielleicht 50 Leute und da ein Bild zu veröffentlichen war zwar schwer, aber bisher ist mir keiner meiner Blog-Follower negativ aufgefallen und das macht dann Mut.

      Ich weiß, dass wir alle Ecken und Kanten haben und auch Makel, das große Problem ist nur, dass unsere Gesellschaft das gern vertuscht und praktisch verlangt nur unsere guten Seiten zu zeigen. Dass es dadurch junge Menschen gibt, die glauben Schauspieler und andere Personen des öffentlichen Lebens seien perfekt und sich dadurch wertlos fühlen, finde ich ganz furchtbar. Auch ich habe lange gebraucht, um zu erkennen, dass ich nicht die Einzige bin, die gegen sich selbst kämpft. Mir wäre viel Leid erspart geblieben, wenn wir nicht dieses hochgestochene Schönheitsideal haben, bei dem schon Kinder etwas finden, was an ihnen nicht passt.

      Ja, da kann ich dir uneingeschränkt zustimmen. Die Menschlichkeit geht immer mehr verloren und Social Media und das Internet tragen definitiv dazu bei. Weil vielen gar nicht mehr bewusst ist, dass sie da mit einer echten Person reden, es passiert alles virtuell. Und es ist so verflucht einfach geworden, einen Kommentar zu schreiben und auf senden zu drücken … Ich bin ja der festen Überzeugung, dass gewisse Bemerkungen nie fallen würden, wenn wir dem anderen direkt gegenüberstehen würden.

      Emotionen zeigen wird heute ja schon als peinlich angesehen. Früher waren es nur die Männer, die ihre Gefühle nicht offen zeigen sollten (was auch totaler Schwachsinn ist!), jetzt sollen auch wir Frauen „stark“ sein. Nur besteht für mich diese Stärke nicht darin, so zu tun, also wäre alles toll, sondern darin zu sagen: „Hey, ich habe folgendes Problem und ich gehe so damit um, vielleicht hilft euch das ja auch.“

      Für mich wäre es früher so schön gewesen, zu sehen wie andere, die ähnliche Probleme und Sorgen haben, damit umgehen. Heute gibt es da einige, die offen über sich selbst und die Hürden in ihrem Alltag reden und dafür bin ich wirklich dankbar. Wenn mir zum Beispiel alles über den Kopf wächst und ich nicht weiß, wie ich all das schaffen soll, dann schaue ich mir Organisations-Videos von Ella TheBee an. Nicht, weil ich dann genau das befolge, was sie sagt, sondern weil ich mir Anregungen hole und sie einfach eine Energie ausstrahlt, die mich motiviert.

      Uff Videos und ich, das wird entweder nie was oder es wird ein Prozess, der ewig dauert. Allein schon der Gedanke bei Instagram auch nur ein Bild zu posten ist irgendwie gruselig, auch wenn es nur in den Stories ist, dafür bewundere ich dich wirklich, du bist so mutig! Um Pickel und Hautunebenheiten geht es mir beim Schminken gar nicht. Mir wäre egal, wenn jemand meine „unreine“ Haut sieht. Wobei mir das Make-up sehr hilft: Mich selbst einigermaßen hübsch zu finden. Es ist wie eine Maske, die ich anlege. Unter ihr ist ein Monster, das ich mit dem Make-up gut verstecken kann. Das klingt bestimmt albern, aber für mich ist es eine zusätzliche Schicht Selbstvertrauen^^

      Und wieder kann ich nur sagen, wie sehr ich dich bewundere. Von außen wirkt es, als wärst du mit dir total im Gleichgewicht, obwohl ich weiß, dass ja auch du zweifelst. Umso bewundernswerter ist es, wie offen du mit all dem umgehst!

      Weinen ist bei mir so eine Sache. Ich bin nahe am Wasser gebaut, bei mir braucht es nicht viel, damit die Tränchen fließen und lange Zeit habe ich mich dafür geschämt. Aber ich bin eben ein extrem emotionaler und empathischer Mensch. Wenn ich von Schicksalen lese oder höre, die andere Menschen durchmachen, nimmt mich das mit. Bücher und Filme wie die von Nicholas Sparks zerstören mich und bei meinem absoluten Lieblingsfilm breche ich jedes Mal zusammen. Schindlersliste ist für mich einfach … ja … ein Mann, der sich vom Lebemann in einem mitfühlenden Menschen verwandelt und versucht, so viele Menschen wie möglich zu retten, in einer Zeit, in der fast nur Hass herrscht. Tja, wenn dieser Film kein gutes Symbol für Menschlichkeit ist, weiß ich auch nicht.

      Ich kann deine Zweifel verstehen und dass du dich fragst, ob es schlau ist, über solche Themen zu bloggen, dies sind auch oft meine Gedanken. Aber ich finde es so wichtig, auch über Probleme und Sorgen zu reden, weil die nun mal zum Leben dazu gehören. Und es gibt nur so wenige, die es tun, da kommt es meiner Meinung nach dann wirklich darauf an, dass WIR es machen. Wir zeigen der Welt: Hey, es gibt beschissene Tage, aber manchmal auch richtig gute, so ist das und damit komme ich klar, also können das auch andere. Die Botschaft ist so wichtig, gerade in unserer Zeit! Weil wirklich so viele glauben, dass wir in einer Welt leben, in der alles schön und gut ist, aber das stimmt so nicht. Und das müssen wir wieder ins Bewusstsein rücken.

      Du bist so unglaublich lieb ❤ Und ich helfe gerne, dass kann ich nur immer wieder betonen. Es macht mir Spaß und es macht mich glücklich, wenn ich dazu beitragen kann jemandem zu helfen. Und ich danke dir für deine Unterstützung! Es ist schön zu wissen, dass da jemand ist, zu dem man gehen kann, wenn mal nicht alles rund läuft

      Entschuldige dich nicht für deinen Kommentar, ich finde ihn toll ❤

      Gefällt 1 Person

      1. Hey,

        am Ende von den Blogposts ist immer eine Art Liste, wo du siehst, wer den Beitrag geliket hat, usw. Da ist auch ein Button fürs Rebloggen. Hab ich bei deinem Beitrag auch zum ersten Mal ausprobiert, haha 😀

        Eigentlich ist es ein absurder Gedanke, aber ich fühle mich auf meinem Blog auch irgendwie wohler, über ernstere Themen zu sprechen. Dabei ist Blog genauso öffentlich und Internet wie Facebook. Also verstehe ich schon, was du damit meinst 🙂

        Und genau weil die Gesellschaft verlernt, diese Makel zuzulassen, ist es umso wichtiger, immer wieder daran zu erinnern.

        Ja, dieser Überzeugung bin ich auch 🙂

        Ich finde es auch toll, Inspiration und Tipps von anderen aus gleichen Situationen zu holen. Gleichzeitig habe ich persönlich aber das Problem, mich darin zu verlieren, statt dann bei mir zurückzukommen und damit anzufangen, Tipps umzusetzen.

        Irgendwann wirst du dich sicherlich wohler fühlen mit Fotos und Videos auf Instagram. Und Letzteres ist ja absolut kein Muss. Mir macht es einfach mittlerweile sehr viel Spaß 🙂

        Danke für das tolle Kompliment – ich fühle mich überhaupt nicht ausgeglichen und in mir ruhend. Eher wie ein Tornado, der immer mal woanders rumwirbelt.

        Klar, bekommt man eingetrichtert, dass Weinen schwach ist und schlecht ist. Aber wieso? Es sind letztendlich nur Tränen und das sollte niemanden großartig dazu bewegen, auf die Person zu urteilen. EIGENTLICH …

        Du hast mich auf jeden Fall sehr darin bestärkt, weiter mit dieser Kolumne zu machen und ich danke dir sehr für deinen Post! ❤

        Liebe Grüße,
        Sarah

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  2. Hallo das ist wirklich ein toller Artikel. Er spricht mir aus der Seele. Auch ich habe meine Ecken und Kanten. Mach auch Fehler. Ich finde es wird sich in der heutigen Gesellschaft schon zu sehr verbogen nur um in irgendein Schema zu passen. Es ist wichtig das man zu sich selber steht und an das glaubt was man macht. Liebe Grüße Nicky

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    1. Hallo Nicky,
      Jeder hat Ecken und Kanten und wir alle machen mal Fehler, leider wollen die wenigstens das zugeben. Es ist schön, dass dich meine Worte so berührt haben! Und ja, ich stimme dir da aus ganzen Herzen zu: Das Wichtigste ist, zu sich selbst zu stehen und an das zu glauben, was man tut, denn nur so fühlt man sich wohl. Wenn man immer nur versucht, den Ansprüchen anderer oder der Gesellschaft zu genügen, fühlt es sich zwar an, als würde man dazu gehören, aber so wird man auf Dauer nicht glücklich …
      Liebe Grüße
      Jenny

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