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Autorenalltag #2 – Das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist

Lang, lang war es still um mich, doch das hatte diverse Gründe. Da die sich jetzt leider nicht so einfach in Luft auflösen, gibt es heute einen kleinen Blick hinter die Kulissen. Dazu noch einen Einblick in meine – wie immer – chaotischen Gedanken, die mir durch den Kopf schwirren und Ping Pong spielen.

Meine Operation liegt nun mehr als zwei Monate zurück und theoretisch sollte es mir blenden gehen. Die Botschaft kam leider nie in meinem Körper an, weshalb er unablässig gezickt hat und ich die Narben deutlicher spürte, als kurz nach dem Eingriff. Schmerzen sind ja nie besonders toll, aber wenn man sie eigentlich nicht haben sollte, nerven sie umso mehr. Ständig krank sein ist auch nicht so amüsant, weshalb es mir vor drei Wochen endgültig reichte – lagen meine Nerven doch schon so blank, dass ich nichts mehr auf die Reihe bekam – und ich beschloss: Irgendetwas musste ich ändern.

Da ich mich nicht mehr in meinem Körper wohlfühlte und mein Selbstwertgefühl durch die Narben und die Operation auf einen Tiefpunkt gesunken war, beschloss ich genau da den ersten Cut zu machen. Gesunder Lebensstil.

Wer mich kennt, weiß, dass ich Sport wie die Pest hasse und mich nur fürs Reiten erwärmen konnte. Leider habe ich weder eine Reithose, noch sonst etwas, dazu kommt, dass ich ungern durch die halbe Welt fahren möchte, um zum nächsten Reiterhof zu gelangen und das liebe Geld spielte auch eine Rolle. Also musste eine andere Alternative her und ich stieß auf diverse Programme. Sport und gesunde Ernährung – wo ich doch so auf Schokolade stehe! – waren ab jetzt meine Tagesordnung. Da Bewegung ja auch gut gegen depressive Phasen helfen soll, entschied ich, mich vier mal die Woche abzustrampeln. Die erste Woche war die Hölle! Trotzdem habe ich schon gemerkt, welchen Effekt das ganze auf mich hatte. Ich konnte wieder lächeln, hatte Lust ein Buch zu lesen und irgendwann kam dann auch der Wunsch zurück endlich wieder in die Tasten zu hauen.

Nachdem ich seit über 6 Monaten nicht wirklich was auf die Reihe bekommen hatte, wollte ich jedoch auch da einen Cut machen. Mir schwirrten zwar unzählige Buchideen durch den Kopf (64 *hust), aber das bringt ja alles nichts, wenn ich den Arsch nicht hochbekomme. Ab und zu waren die Zweifel sogar so stark, dass ich mich fragte, wieso zur Hölle ich mir das eigentlich antue. Die Antwort darauf folgte prompt: Auch wenn ich nicht schrieb, feierten die Charaktere in meinem Kopf Party. Ich habe also quasi gar keine andere Wahl. Nur so wie bisher kann es nicht weiter gehen. Im Alleingang klappt das nicht. Früher war ich ja jemand, der gut auf andere Menschen verzichten konnte und lieber alles im Alleingang gemacht hat, doch offenbar habe ich mich verändert. Plötzlich will ich mich mit Menschen austauschen und Hilfe bei bestimmten Dingen haben. Danach fragen klappt nicht so ganz. Ebenso wenig, wie Leute anquatschen, um einfach mal zu plaudern. Zwickmühle, welch Überraschung.

Aber ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich – aufgrund meiner Schüchternheit – von der Autorengemeinschaft ausgeschlossen fühle, wobei ich mich ja quasi selbst ausschließe, doch es ist wahnsinnig schwer gegen die eigenen Charaktereigenschaften anzukämpfen. Ja, nicht mal auf Facebook kann ich einfach unter die Posts von anderen kommentieren. Manchmal glaube ich, dass es nicht nur einfache Schüchternheit ist, die mich hemmt, sondern eine regelrechte Sozialphobie. Deshalb ist telefonieren mit Fremden für mich auch der Horror und wenn ich mit anderen Menschen rede, blamiere ich mich zwangsläufig und wünsche mir dann, doch bitte im Boden versinken zu können. Theoretisch bin ich also der perfekte Einsiedler, der in einer Hütte irgendwo im Nirgendwo lebt. Wäre da nicht das Schreiben.

Meiner Meinung nach müssen Autoren sich austauschen. Über ihre Charaktere und die verschiedenen Ideen ebenso, wie über das Handwerk und alltägliches. Aber genau das ist es, wo ich eine totale Versagerin bin. Wenn mich übrigens jemand anspricht, ist es zwar leichter, aber mein Gehirn rattert trotzdem und Schweißausbrüche bekomme ich auch, dabei geht es ums Internet! Mich kann niemand sehen! Aber hey, so ist es nun mal. Allerdings arbeite ich ja auch schon ewig daran, mich zu ändern und offener und kontaktfreudiger zu werden. Zwei Probleme: 1. Sich zu etwas zu zwingen ist echt nicht so sinnvoll. 2. Es gibt IMMER irgendetwas, das mich zurückwirft und dann fange ich wieder bei Null an. Liegt wahrscheinlich, daran, dass ich auch kein Mensch bin, der besonders viele Freunde hat. Lassen wir mal alle weg, die ich durch das Schreiben kenne, bleibt mir quasi nur eine Person. Meistens macht mir das nichts aus, aber manchmal frage ich mich, was mit mir nicht stimmt … Deshalb muss ich da auch unbedingt was tun, nur da ist es nicht so leicht, wie mit der körperlichen Seite.

Eines habe ich nämlich begriffen: Um glücklich zu sein, müssen Körper und Geist im Einklang sein. Das klingt jetzt wahrscheinlich ziemlich esoterisch, aber denkt mal darüber nach: Wenn ihr krank seid, fühlt ihr euch ebenso wenig wohl, wie dann, wenn ihr traurig seid. Ist doch so oder? Nur wenn der Körper gesund ist und euch nichts bedrückt, könnt ihr glücklich sein. Deshalb wäre es auch total sinnlos, wenn ich meine gesamte Hoffnung auf Sport und Ernährung setze, während mein Kopf vor lauter Sorgen platzt. Ein Gleichgewicht ist wichtig. Wahrscheinlich findet sich das deshalb in jedem meiner Bücher. Ohne geht es eben nicht.

Jedenfalls werde ich mich in der nächsten Zeit noch etwas auf den sozialen Medien zurückhalten, bis ich mir überlegt habe, wie ich das Problem der „Zugehörigkeit“ und „Einsamkeit“ lösen werde. Währenddessen werde ich nur noch das tun, was mir wirklich wichtig ist. Anderen helfen, lesen und schreiben. Dazu vier mal die Woche Sport und eine gesunde Ernährung. So sollte es mir bald wieder gut gehen 🙂

Noch kurz zu meinem Autorenalltag: Ich arbeite gerade an einem Projekt, zu dem ich bisher noch nicht viel sagen kann, bevor ich mich endlich You & Me 2 widme. Spencer und Liana warten schon ganz ungeduldig, aber jetzt haben erst mal andere Dinge Vorrang.

Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag ❤

2 Kommentare zu „Autorenalltag #2 – Das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist

  1. Hallo liebe Jenny,

    ich finde deine Einstellung sehr lobenswert und gesund. Ich entdecke bei mir zwar keinen großartigen Effekt vom Sport, weswegen meine Motivation diesbezüglich mehr als gering ist, aber schaden tut es nicht (leider. Sonst hätte ich eine super Ausrede :D)

    Ich bin mir sehr sicher, dass du noch eine Lösung für dein Problem finden wirst. Es braucht alles Zeit und gerade Social Media ändert sich ständig, weswegen man seine Einstellung dazu immer wieder neu definieren muss, was ja auch in Bezug auf die Menschen dahinter gilt. Das macht die Sache nicht einfacher 😀 aber du wirst deinen Weg gehen, da bin ich sehr von überzeugt!

    Liebe Grüße und viel Mut wünsche ich dir,
    Sarah

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    1. Hi Sarah <3,

      Ehrlich, dir bringt Sport nichts? Mir hilft es gegen meine … nennen wir es schlechte Laune oder einfach gefühllose Leere und auch gegen die Schlafstörungen, die ich schon habe, seit ich ein kleines Kind bin. Aber nach dem Sport bin ich so fertig, dass ich vielleicht zehn Minuten brauche, um einzuschlafen, statt meiner üblichen zwei Stunden. Und irgendwie fühle ich mich auch ausgeglichener. Vielleicht hast du noch nicht den richtigen Sport für dich gefunden? Spaß machen sollte es nämlich 🙂

      Hach ja, die Sozialen Medien. Am liebsten würde ich alles, was es Neues gibt – so viel ist es ja nun auch nicht – nur über meinen Blog machen, denn das, was bei anderen Autoren funktioniert, klappt bei mir eh nicht. Aber du hast recht, irgendwie werde ich meinen Weg finden. ist ja immer so 🙂

      Danke für deine liebe Worte ❤ und liebe Grüße
      Jenny

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