Über das Schreiben

Zwangspause, SuB und ein paar Gedanken

Seit der LBM war ich praktisch dauerkrank und konnte kaum schreiben oder sonst etwas machen. Aber um ehrlich zu sein, ging es mir schon seit der FBM 2016 nicht so besonders gut und es hat Monate gedauert, bis ich mich endlich dazu überwinden konnte zum Arzt zu gehen. Ich dachte eben, es kann nichts schlimmes sein und es würde schon wieder werden. Leider war das Gegenteil der Fall. Die Schmerzen wurden immer stärker, mein Mann hat zunehmend darunter gelitten, dass ich mich in manchen Nächten vor Schmerzen gekrümmt habe. Schließlich wurde es so schlimm, dass ich wimmerte und weinte und als dann auch noch andere Symptome dazu kamen, gab ich mein Einverständnis einen Krankenwagen zu rufen. Der kam nicht. Der Notarzt auch nicht. Also fuhren wir schließlich mit dem Taxi hin.

Ich war total fertig, hatte Schmerzen und doch dauerten die Untersuchungen eine Ewigkeit. Eigentlich habe ich über zwei Stunden einfach nur gewartet, lag in einem Untersuchungszimmer und fror jämmerlich. Kein Schlaf, krampfartige Schmerzen und dann wurde die Diagnose raufgesetzt. Von „nur eine Blasenentzündung“ bei der Aufnahme zu „Gallensteine“ bis hin zu „Ihre Blutwerte sehen nicht gut aus, wir müssen Sie noch heute operieren“ war alles dabei. Und ich lag einfach nur da und hatte Angst.

Doch hätte mein Mann mich nicht ins Krankenhaus gebracht, wäre meine Gallenblase vielleicht irgendwann geplatzt. Mir ist erst nach der OP klar geworden, dass ich wirklich krank gewesen bin und ich war einfach nur unendlich dankbar dafür, dass er für mich da war. Die Operation liegt über 14 Tage zurück, aber ich bin immer noch nicht ganz gesund, denn wenn bei mir mal etwas ist, dann gleich alles. Natürlich hat sich eine meiner Wunden entzündet, was den ganzen Heilungsprozess um mehr als eine Woche verzögert hat, aber so langsam – ganz langsam – geht es mir wieder besser. Ich kann ein paar Stunden am Stück sitzen, bevor die Schmerzen wieder kommen, ich muss keine Medikamente mehr nehmen und irgendwann muss ich auch den Verbandskram nicht mehr benutzen.

Leider habe ich mehr als 4 Wochen nicht mehr regelmäßig geschrieben und wieder in meine Routine zurückzufinden, ist gar nicht so leicht, wie ich es mir wünschen würde. Ich habe also meinen Tageswordcount heruntergeschraubt, habe mir ein Motivationsmonster zugelegt (sagt Hallo zu Trilli <3). Oh weh, sie hat Hunger … aber ich arbeite schon daran, dass sie auch heute ihre Ration bekommt <3.

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Immerhin hatte ich nun viel Zeit, um nachzudenken. Über meine Einstellung zu meiner Gesundheit, das Schreiben und mein Leben an sich. Über meinen Auftritt in den sozialen Medien (was mich wieder in eine Krise gestürzt hat *hust*) und so einiges mehr. Irgendwann sagte mein Mann: Erzähl nicht immer nur von deinen Projekten, sondern auch mal mehr von dir. Du wirkst immer so distanziert, die Leute haben keine Ahnung, wer du bist und du zeigst auch dein Gesicht so selten.

Er hat recht. Aber wenn ich mehr über mich erzählen soll, muss ich in meiner Kindheit beginnen, denn es gibt eine Sache, die mich schon seit meiner Geburt begleitet und auch mein restliches Leben bestimmen wird. Eine Sache, für dich ich mich schäme, für die ich mich hasse und mit der ich an manchen Tagen einfach nicht umgehen kann. Diese Sache hat mich in die Welt der Bücher geführt und schließlich auch zum Schreiben. Dadurch ist mein größter Wunsch entstanden und auch das Gefühl, wertlos zu sein. Irgendwie hat ALLES damit zu tun, denn dadurch bin ich der Mensch, der ich eben bin. Aber immer, wenn ich darüber rede, passiert etwas mit den Menschen um mich herum. Entweder wenden sie sich von mir ab, weil sie nicht damit umgehen können oder sie werden so komisch und beginnen, mich zu bemitleiden. Dabei ist Mitleid das letzte, was ich will. Was ich brauche ist, dass man mich normal behandelt. Und was die Sache mit den Bildern von mir selbst betrifft … *seufz* Ich trage fast nie Make-up, meide den Blick in den Spiegel und laufe draußen immer mit gesenktem Kopf herum. Vielleicht ändert sich das ja, wenn ich mich wieder wohler in meiner Haut fühle. Ich arbeite an mir 😉

Tja, tatsächlich habe ich schon vor Wochen einen Beitrag dazu geschrieben, mich aber nicht getraut, ihn hochzuladen. Vielleicht mache ich es ja doch, mal sehen. Jetzt aber zu meinen anderen Erkenntnissen:

  • Ich sollte wirklich mehr lesen. Vor meinem Krankenhausaufenthalt habe ich es mir fest vorgenommen, aber natürlich nicht umgesetzt. Neulich habe ich meinen SuB gezählt: 116. Uff … so geht das nicht! Deshalb werde ich versuchen, jede Woche ein Buch zu lesen. Mal sehen, ob das klappt.
  • Ich habe mich selbst vernachlässigt. Zumindest meinen Körper. Zu wenig essen, trinken, Bewegung und Schlaf, dafür aber zu viel Stress. Sobald ich wieder darf, steht also erst mal Sport auf dem Programm. Außerdem versuche ich, jeden Tag mindestens 1,5 Liter zu trinken (für mich ist das eine Menge) und mindestens zwei Mahlzeiten zu essen. Das mit dem Schlaf kann ich kaum ändern, da habe ich schon Probleme seit meiner Kindheit.
  • Ich darf mich nicht unter Druck setzen. Nicht, was das Schreiben angeht und vor allem nicht, was meine Erwartungen an mich selbst angeht. Ja, letztes Jahr habe ich fünf Manuskripte beendet und dieses Jahr noch kein einziges, aber mein Gott, so läuft es eben manchmal. Vor allem, wenn man ständig krank ist. Da sollte man seinen Körper keine 16 Stunden Arbeit aufhalsen, um dann noch dieses oder jenes zu machen. Und manchmal muss ich eben auch mal Nein sagen (was ich immer noch nicht gelernt habe :/). Deshalb habe ich mir für Keep on eune neue Deadline für die Rohfassung gesetzt, so dass ich jetzt auch schon schreiben kann, ohne mich wieder unter Druck zu setzen.
  • Manchmal muss ich mir etwas gönnen. Es st zwar toll, wenn ich jeden Cent für die nächste Veröffentlichung spare, aber glücklich macht das nicht, wenn man auf alles verzichtet. Ab und zu mal ein Buch – oder etwas anderes, was ich mir wünsche – geht schon in Ordnung. Finde ich. So habe ich etwas, auf das ich mich freuen kann und das steigert dann auch meine Motivation.
  • Der Blog: Ich habe versucht, jede Woche einen Beitrag online zu stellen, aber wenn ich nichts zu erzählen hatte, war ich frustriert. Deshalb werde ich anfangen, auch über die Bücher zu berichten, die ich lese. Keine Rezensionen, aber Leserückblicke mit einer kurzen Meinung zu den Büchern. Einmal im Monat. Ebenfalls einmal im Monat ein Update zu meinen Projekten und mir selbst. Manchmal werde ich auch allgemein über das Schreiben reden und natürlich wird es Beiträge geben, wenn sich bei mir etwas tut 🙂

Das war es fürs Erste. Wie ihr seht, geht es bei mir erst einmal darum gesund zu werden. Und zwar richtig. Es ist also ein langsamer Gang an gesagt und das herantasten an meine alten Leistungen. Es wird etwas ruhiger um mich werden, aber wenn es etwas zu sagen gibt, werdet ihr es erfahren. Am häufigsten poste ich in letzter Zeit übrigens auf Twitter und Instagram.

Ich wünsche euch noch einen wundervollen Tag ❤

 

7 Kommentare zu „Zwangspause, SuB und ein paar Gedanken

  1. Liebe Jenny,

    manchmal sagt einem das Leben, dass man unbedingt eine Pause braucht. Dein Beitrag hat mich gerade erschreckend daran erinnert, dass ich aus meiner Pause nichts gelernt habe. Ich arbeite immer noch zu viel, esse zu schlecht und bewegen mich zu wenig.

    Ich hoffe, dass du deine Vorhaben umsetzen kannst und nicht nur wieder ganz gesund wirst, sondern auch fitter als vorher! Lass dich nicht von deinen eigenen Erwartungen stressen – deine Leser warten auf dich! ❤

    Gute Besserung und genieß das Leben ein bisschen! 😉

    Liebe Grüße
    Kim

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    1. Hey Kim 🙂
      Ja, ich habe bisher auch nie daraus gelernt, wenn ich mal krank gewesen bin und das, obwohl mein Körper schon öfter mal bei mir angeklopft hat. Ich glaube, dass ist auch ein Prozess, den man durchmacht. Von heute auf morgen klappt es nicht, aber wenn gewisse Dinge erst mal zur Gewöhntheit werden, wird es leichter. Hoffe ich zumindest ❤
      Manche Menschen sind eben Arbeitstiere. Du gehörst definitiv dazu^^ Aber so toll der Job auch ist, wenn wir nicht gesund sind, geht es nicht weiter. Deshalb hoffe ich, dass du auch auf dich aufpasst ❤

      Danke :* Sobald mein neues Notizbuch kommt, werde ich mir ein BuJu machen, dass nur darauf abzielt, gesund und fitt zu werden. Das klappt dann auch bestimmt.

      Ich gebe mir Mühe, was das genießen angeht, aber auch das will – ohne schlechtes Gewissen – gelernt sein^^

      Liebe Grüße
      Jenny

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  2. Ich wünsche dir von Herzen gute Besserung und viel Erfolg beim Umsetzen deiner guten Vorsätze. Ich möchte auch gerne meinen SUB etwas schrumpfen lassen. Seit Jahren wird er immer größer und hat jetzt wohl schon rund 300 Bewohner…

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