Über das Schreiben

Lege vorher genau fest, was du erwartest

Eigentlich wollte ich heute das Fazit zu „Von der Idee zum fertigen Text“ schreiben und euch zeigen, was sich im Verlauf bei meinem Arbeitsprozess getan hat, aber das würde ein langer Artikel werden und im Moment bin ich nicht so ganz auf der Höhe und da bald die Buchmesse ist, steht leider ausruhen auf dem Programm -.-

In meinem letzten Artikel habe ich geschrieben, dass ich vorher festgelegt habe, was ein Erfolg für mich sein würde. Als vollkommen unbekannte Autorin und Niete beim Marketing, waren meine Erwartungen entsprechend niedirg, aber durchaus auch realistisch.

  • Ranking: Darüber habe ich mir eigentlich keinen großen Kopf gemacht, weil ich nicht damit gerechnet habe überhaupt einen erwähnenswerten Rang zu bekommen. Wenn man mal bedenkt, wie viele ebooks bei Amazon angeboten werden, wie viele tolle Autoren es und und wer mit mir zusammen veröffentlicht hat (beinahe hätte ich den Start von Between verschoben, als ich die Namen gelesen habe. Laura Newman, Samantha J. Green und noch andere … Da war schon eine leichte Panik, aber dann dachte ich „Irgendwer wird immer veröffentlichen und ich bin ja wohl kaum eine Konkurrenz für die beiden.“ War ich nicht, bin ich immer noch nicht, also alles gut 😉 Was ich immer noch unglaublich finde: Das Buch schwankt zwar sehr, steigt aber immer mal wieder auf, was mein Herz vor Freude höher schlagen lässt ❤
  • Verkäufe und gelesene Seiten: Ja, ich hatte Zahlen im Kopf und da ich immer von Ehrlichkeit rede, werde ich auch hier keine Ausnahme machen: Ich hatte zehn Vorbestellungen und habe mich daran orientiert. In den ersten Tagen würde es am besten laufen, danach flacht es ab, bis irgendwann gar nichts mehr kommt, also bin ich von 20 ausgegangen. Bis zum Monatsende wohlgemerkt. Bei den gelesenen Seiten habe ich bis zum Ende des Monats mit 10.000 gerechnet. Beide Werte habe ich überschritten. (Und ja, ich sollte vielleicht die Zahlen nennen, würde ich auch, wenn ich nicht das Gefühl hätte, ein Staatsgeheimnis preiszugeben. Sagen wir einfach, ich freue mich über Peanuts…) Deshalb sage ich nur: Meiner Meinung nach läuft es gut, allerdings messe ich mich auch nicht am Erfolg anderer. Warum sage ich später noch.
  • Rezensionen: Ja, ich hatte vorab Testleser, allerdings war eine Rezension zum Buch keine Bedingung. Deshalb hat es mich vollkommen überrascht, als da welche aufgetaucht sind (und dann auch noch so gute … ôO). Die Mädels sollten mir den Fragebogen ausfüllen und ihre Meinung dazu sagen, mehr nicht. Als dann noch Rezensionen von Leuten dazu kamen, mit denen ich nicht zusammengearbeitet habe, war ich baff. Und wie schon geschrieben, gab es auch eine 2-Sterne-Rezension, die mich vollkommen kalt erwicht hat, aber dazu kann ich wirklich nicht viel sagen. Wie auch? Ich bin offen für konstruktive Kritik, weshalb ich mich gefreut hätte, wenn die Leserin das Buch bis zum Ende gelesen und danach ihre Meinung abgegeben hätte, so dass ich daraus lernen kann. Wie gesagt, ich kann die Meinung durchaus verstehen, finde es aber schade. Es gab da allerdings einige Rezensionen, die mich wirklich zum Weinen gebracht haben, weil sie genau das eingefangen haben, worum es in dem Buch geht. Und auch hier freue ich mich über jede einzelne Meinung ❤

Sollte es noch irgendetwas geben, habe ich es vergessen. Mein Gedächtnis ist wie ein Sieb, da bleibt eben kaum etwas hängen ;D Allerdings gab es auch gewisse Dinge, die ich im Vorfeld wusste und die dazu geführt haben, dass ich meine Erwartungen niedrig gehalten habe (ACHTUNG SPOILER):

  • Es ist keine typische Liebesgeschichte. Im Vordergrund stehen die Probleme der Familien und die inneren Konflikte der Protagonisten. Das Ende ist so offen gehalten, dass der Leser nicht weiß, wie es weitergehen wird. Es gibt nicht diese tiefe Liebe, die alles heilen kann. Es geht darum, zu sich selbst zu finden und die kleinen Dinge zu schätzen.
  • Die Themen sind mitunter ziemlich heftig. Nicht alle davon haben in dem Buch genug Raum bekommen, das war einfach nicht möglich. Genauso wenig wie irgendwann zu sagen „Alles gut“, denn das wird es nicht sein. Gewisse Probleme erfodern Zeit und professionelle Hilfe, um verarbeitet zu werden. Und manchmal ist auch das keine Garantie für eine „Heilung“.
  • Diese Geschichte zu schreiben hat mich seelisch mitgenommen, weil ich mich mit Dingen beschäftigen musste, die ich gerne weiterhin verdrängen würde. Auf den normalen Leser wird es kaum Einfluss haben, aber auf jene, die mit den Problemen vertraut sind schon. Verlust, Angst, Verantwortung, Suchtkrankheiten, das Streben nach Liebe und Anerkennung. Wenn ich Fantasy schreibe, kann ich mit solchen Themen ganz einfach umgehen, denn ich bewege mich in einer anderen Welt, so ähnlich sie unserer auch scheint, es ist etwas anderes und ich kann all das von mir schieben. Bei Romance dagegen bin ich so tief drin, dass es manchmal schwer ist, dort wieder herauszukommen. Noch dazu habe ich beim Schreiben Ereignisse verarbeitet, ohne es zu merken. Das war gar nicht so geplant.

In dieser Geschichte steckt so viel von mir selbst, dass es mir manchmal Angst macht. Es war – für mich – allein schon ein Erfolg diese Story zu schreiben, die Worte zu reflektieren und zu erkennen, wie wahr sie sind. Bei der aktuellen Geschichte ist es ganz genauso, wobei der Abgrund, dem ich gegenüber stehe noch viel tiefer ist. Schon zwei Mal stand ich kurz davor, die Story zu beenden, schon zwei Mal habe ich komplett neu angefangen. Es ist ein sensibles Thema, das richtig behandelt werden muss und obwohl ich auch damit vertraut bin, ist es bei mir nicht so schrecklich gewesen, wie für meine weibliche Protagonistin. Es ist verdammt schwer, all diese Gefühle rüberzubringen und nicht in die Hoffnungslosigkeit abzugleiten, die diese Geschichte umgibt. Was ein grund dafür sein wird, weshalb mein nächstes Buch sicher weniger Erfolg haben wird als mein erstes. Aber darauf kann ich mich ja einstellen 😉

Ihr seht also, wie wichtig es ist, Erfolg zu definieren und seine Erwartungen anzupassen. Das gilt übrigens für alles. Ja, ich bin eine Träumerin, die in ihren eigenen Welten lebt, aber ich bin auch Realistin (Pessimistin, wie mein Mann mich gern korrigiert :D) und versuche alles einzuschätzen, vor allem mich selbst. Bisher war mein Leben davon geprägt, was andere von mir erwarten und auch wenn ich diese Erwartungen erfüllt habe, konnte ich keinen Stolz empfinden, war nie zufrieden (und die anderen waren es auch nicht). Das Schreiben allerdings gehört mir allein. Es gibt Menschen, die wollen mir einreden, dass mein erstes Buch gefloppt ist, die sich darüber lustig machen, was ich bisher an Verkäufen und Einnahemen hatte. Wie sinnlos das ist, was ich tue. Doch dieses Mal weiß ich es besser, denn ich habe auf mein Herz gehört und mir das erfüllt, von dem ich schon als Kind geträumt habe. Obwohl ich mich nicht fühle wie eine „richtige Autorin“, habe ich auf mein Gefühl vertraut und genau aus dem Grund konnte Between gar nicht scheitern. Nicht für mich. Das Buch hat mir so viel gegeben und das tun alle meine anderen Geschichten auch. Wie könnte also eine Sache, die mir so wichtig ist und die ich so sehr brauche, falsch sein? Oder ein Reinfall? Das ist praktisch unmöglich.

Und jetzt fiebere ich meiner nächsten Veröffentlichung entgegen, die viel schneller kommt, als ich es erwartet habe. Die Anthologie „Sonnenglut“, in der ich mit einer Kurzgeschichte vertreten bin. Auch wenn es bis zum 12. Mai noch etwas hin ist, freue ich mich sehr, da ich mich im Genre Fantasy austoben durfte <3.

Klappentext:

Was verbinden zehn Autorinnen mit dem Wort Sonnenglut?

Taucht ein in düstere Welten und tödliche Kämpfe. Lernt magische Wesen kennen und lasst euch auf eine Reise mitnehmen, die mehr verspricht, als alles, was ihr euch vorstellen könnt. Ob nun ein heißer Sommerflirt oder eine zarte Liebe, ob apokalyptisches Grauen oder mystische Gestalten. Taucht ein und genießt die Facetten von Erotik, Romantik, Dystopie und Fantasy. Werdet ein Teil von zehn verschiedenen Geschichten, die den Leser in ihren Bann ziehen und ihn atemlos zurücklassen.

Zehn Autorinnen, zehn Geschichten, ein Wort: Sonnenglut.

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Jetzt ist der Beitrag doch länger geworden, als geplant. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und würde gerne mal wissen, wen von euch ich auf der LBM sehe?

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