Über das Schreiben

Oh, diese Idee MUSS ich einbauen

Bis Ende Februar beende ich dieses Manuskript. 90.000 Wörter. Alles wird gut, ich liege voll im Plan, reibe mir die Hände und denke (am fünften Februar): Japp, total cool, wenn es so weiter geht, bin ich schon am 10. Februar fertig und kann mich auf das nächste Projekt stürzen. Dann, am achten, liege ich wach im Bett, denke nach. Eine Idee schleicht sich in meine Gedanken, zündet ein Feuerwerk. Ich stolpere ins Wohnzimmer, schalte den Laptop ein, tippe. DAS muss ich unbedingt einbauen. Dadurch wird alles spannender, aufregender, besser. Und dann die Frage: Wie willst du das machen, dafür müsstest du so viel ändern …? Ist es die Arbeit wert?

Auch am nächsten Morgen, nach einer schlaflosen Nacht, brennt die Idee in mir, treibt mich um. Sie lässt mir keine Ruhe und ich denke: Das geht schon irgendwie. Fange an zu tippen. 1.000 Wörter. 3.000. 5.000. Ja, das läuft, die musst du einbauen. Los, mach weiter.

Einen Tage später sollte das Manuskript fertig sein. Stattdessen merke ich: Puh, da musst du ganz schön viel ändern, da wäre es doch einfacher, alles komplett neu zu schreiben. Sehnsüchtig werfe ich einen Blick auf meinen Jahresplan, lese was darin steht und will weinen. Eigentlich ist dafür doch keine Zeit. Aber es macht alles so viel … Ja ja, schon verstanden. Spannender, aufregender, besser. Mir doch egal, denn ich muss bei Null beginnen. Ich gebe mir noch ein paar Stunden, um darüber nachzudenken, tippe ein weiteres Kapitel und bin Feuer und Flamme. Aber, aber, aber … Tja, Pech gehabt. Die Entscheidung ist längst gefallen. Die Idee weiß es, die Charaktere wissen es. Nur ich noch nicht.

Ich kopiere mir die 84k in ein anderes Dokument, seufze schwer. Vielleicht kann ich es als Vorlage benutzen. Als roten Faden, an dem ich mich entlang hangle. Was wichtig ist bleibt, alles andere wird eben neu geschrieben. Wäre doch ein Kompromiss. Und die anderen Projekte? Die Liste ist so lang, das wird doch nichts. Ach, ruhe da drüben. Und Haley, Julian, Devlin und Evelina. Die warten ja auch noch. Und … Jaaaa. Das weiß ich doch alles, aber jetzt geht es eben um andere Charaktere. Die Schlange ist eben auch lang, sollen sie sich anstellen.

Ich: Das Projekt wird neu geschrieben.

Mein Mann: Oh, Mann, nicht schon wieder.

Ich: Glaubst du, ich schaffe es bis Ende Februar?

Er: Wie viel wäre das pro Tag?

Ich: 5,4k

Schweigen.

Natürlich werde ich es nicht schaffen, natürlich werden sich die anderen Projekte verschieben. Alles würfelt durcheinander. Aber, hey … die Entscheidung fühlt sich gut an. Und richtig. Ich höre gern auf dieses Gefühl. Deshalb gebe ich ihm auch immer wieder nach. Und mit ein wenig mehr Kaffee … Nein, denken wir nicht daran. Dann wäre ich im März völlig zerstört, wäre ja auch irgendwie sinnlos, oder? Und hey, die ersten 3 Kapitel sind ja schon geschrieben. So schwer ist das also nicht. (Sagte sie und wollte weinen)

Am Ende gewinnen immer die Charaktere. Egal wie viel Arbeit das ist, es lohnt sich ja doch. Und während ich noch murre, rufen sie schon wieder nach mir. Ich sollte mich mal ein wenig beeilen. Ist ja nicht so, als hätte ich nicht 30 Tage gebraucht, um die erste Fassung zu schreiben und mir wünsche, dass mir die verdammte Idee schon anfang Januar gekommen wäre …

Ich wünsche euch noch einen schönen Tag und mache mich jetzt mal dran, die gelöschten Wörter wieder hereinzuholen 😀

2 Kommentare zu „Oh, diese Idee MUSS ich einbauen

  1. Oh Jennifer, du machst Dinge. Aber dieses Problem hatte ich auch schon oft. Seufz. Aaaber… etwas gutes hat es ja: du weißt nun wo es hakt etc.
    Überarbeite dich nur nicht. Mach so viel wie du kannst.
    Gruß
    Cela

    Gefällt mir

    1. Hey Cela

      Ich hatte das auch schon mehrfach^^
      Und ja, am Anfang habe ich versucht, jeden Tag so viel zu schreiben, dass ich es noch im Februar beenden kann,
      aber mein Körper wollte dann nicht mehr. Und durch die Veröffentlichung komme ich auch kaum zum Schreiben^^
      Danke für deinen Kommentar 🙂

      Liebe Grüße

      Jenny

      Gefällt 1 Person

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