Über das Schreiben

Wie es dazu kam, dass ich auf „Zur Vorbestellung freigeben“ geklickt habe

An den Tag, an dem ich anfing Between zu setzen, kann ich mich nicht mehr erinnern, aber es war irgendwann im Januar. Ganz langsam machte ich mich mit Indesign vertraut und kümmerte mich er liebevoll um die Printausgabe. Ein Probeexemplar ist bestellt, deshalb war es irgendwann Zeit das ebook zu setzen. Geht ja schnell, dachte ich. Da musst du ja nicht groß auf irgendwas achten.

Allerdinlogoschwarz-more-than-wordsgs gehöre ich ja zu den More than Words Autorinnen, weshalb es eine kleine Besonderheit in unseren Büchern gibt. Die hat mich Nerven gekostet. Um alles richtig darzustellen, habe ich gegooglet und war auch erfolgreich. Ich wusste genau, was ich machen musste … Nur hatte meine Indesignversion diese Funktion irgendwie nicht. Also versuchte ich es mit den Einstellungen, die ich habe. Und scheiterte. Aber so was von. Am Montag saß ich 16 Stunden da und nichts hat funktioniert. Wer mich kennt, weiß genau, dass ich mit einer Sache erst abschließen kann, wenn das Problem gelöst ist. Also habe ich irgendwann das gemacht, was man nicht machen soll. Ich hab eigene Werte festgelegt. Ein Wunder! Es ging!

Mittwoch habe ich dann die anderen Daten eingefügt und hatte natürlich vergessen, was genau ich Montag eingestellt hatte. Immerhin war es spät und ich war müde. Halb so wild, ich hab es mir als Screenshot gespeichert und dachte. Mhm ja. Genau so! Nur hab ich festgestellt, dass die beiden neuen Bilder anders aussehen, als das Erste. So geht das ja nicht! Also alles neu gemacht. Und ständig hat sich etwas verschoben, dann ging das Inhaltsverzeichnis nicht und …

Während ich herumgewerkelt habe, logte ich mich auf die KDP Seite von Amazon und löcherte meine More than Words-Kollegen mit Fragen. Wahrscheinlich war ich wie so eine kleine, nervige Stimme im Kopf, die immer gefragt hat: Was ist das? Brauch ich das? Soll ich da ein Häkchen setzen? Wird in der Vorschau alles gut angezeigt? Und so einige mehr. (Vorher bin ich übrigens einigen anderen Kollegen auf die Nerven gegangen …) Es tut mir so leid, ehrlich! Aber das war vollkommen neu für mich. Neu und aufregend.

Dann war ich so weit und meinte: Jetzt könnte ich klicken.

Antwort: Dann MACH! (So ungefähr jedenfalls).

Sie sagten mir, wie unglaublich das Gefühl ist. Also habe ich geklickt. Im ersten Moment spürte ich nichts. Es war nur so ein Aha-und-jetzt-Moment. Dann war mir übel, mein Herz raste und ich starrte auf den Bildschirm. Ich habe es tatsächlich getan! Und meine Kollegen behielten recht: Es war ein unglaubliches Gefühl. Mein Herz raste, ich konnte nicht still sitzen, ich freute mich. Ich wollte gleichzeitig lachen und weinen, aber da waren auch Zweifel. Zweifel, die wohl jeder Autor hat, wenn er an diesem Punkt angekommen ist.

Wird den Lesern das Buch gefallen. Werden sie mit den Charakteren klarkommen, mit den Schicksalsschlägen, mit dem Thema? Was wenn nicht? Das Buch ist nicht perfekt und …

Es ist mein Baby. Ich will es streicheln und beschützen.  Mir ist durchaus klar, dass Ally und Luc ganz gut auf sich selbst aufpassen können, doch es fühlt sich wirklich an, als würden sie zu mir gehören. Innerhalb von 6 Monaten, sind sie wahre Freunde für mich geworden. Sobald ich anfing, ihre Geschichte zu schreiben, wurden sie real. Sie wurden echt. Sind mir auf die Nerven gegangen, haben gemacht, was sie wollten, schmissen mir mein Ende um, weil sie der Meinung waren, es würde nicht dazu passen.

In zwei Wochen ist es Zeit, Abschied zu nehmen und die beiden loszulassen. Nicht für immer, denn ich weiß, ich werde sie wiedersehen. Doch so, dass sie ihr eigenes Leben führen können und ich sie nur noch aus dem Augenwinkel betrachte. Ganz verschwinden werden sie niemals und darüber bin ich froh. Sie sind doch Teil meines Lebens, haben wir auf meinem Weg geholfen.

Sas hört sich bestimmt an, wie das Geschwafel einer verrückten, aber es ist mein ernst! Ich kann nur immer wieder sagen, wie viel ich während des Schreibens dieser Geschichte über mich gelernt habe. Dass gewisse Dinge auch nach 6 Jahren noch schmerzvoll ist. Dass ich diejenige bin, die über mein Leben bestimmt und kein anderer. Dass Worte so richtig verletzen können. Dass es egal ist, was andere sagen, solange es Menschen gibt, die an mich glauben. Dass „Fremde“ manchmal netter und verständnisvoller sein können als Freunde und Familie.

Es gab so viele Dinge, die mich beschäftigt haben und die zu groß für mich waren. Bis ich dieses Buch schrieb. Und wie Ally und Luc, habe auch ich im Verlauf der Geschichte erkannt, was wirklich wichtig ist.

Und jetzt heißt es zwei Wochen bangen, hoffen, zittern. Mich fragen: Warum zum Teufel habe ich das nur gemacht? Bis zum vierten März, wenn mein Baby plötzlich von jedem da draußen gelesen werden kann. Vielleicht bekomme ich es auf die Reihe, mal ein Autorenfoto zu machen … (haha … selten so gelacht)

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Hier seht ihr übrigens schon mal einen Teil für das Gewinnspiel ❤ Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr im Buch (und ja, ich musste mir auch einen bestellen, um mich immer an diese Zeit zu erinnern). Ich habe übrigens die letzten beiden Anhänger gekauft …

Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag und ein entspanntes Wochenende. An die Autoren, die mitlesen: Wie habt ihr diesen Moment empfunden? Ob nun Vorbestellung oder Veröffentlichung? Wird es irgendwann weniger aufregend? Oder kommt dieses Gefühl immer wieder?

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