Über das Schreiben

Was ist mein Buch wert?

Über Geld spricht man nicht. So heißt es doch immer. Aber wenn es darum geht, den Wert von etwas einzuschätzen, kommt man da irgendwie nicht drumherum, oder?

Während ich mir über den Buchsatz Gedanken mache (und ihn verfluche! Wie gern hätte ich eine Anleitung als „Buchsatz für Indesign für Dummies.“^^), schwebt noch ein ganz anderes Thema über mir. Und zwar nach der Frage, was mein Buch denn nun kosten soll. Und damit bin ich, ehrlich gesagt, ein wenig überfordert.

Ginge es allein um meine Meinung, würde mir schon ein Preis im Kopf herum schweben, aber es gibt da noch einige Faktoren zu bedenken, die eine größere Rolle spielen als das, was ich mir wünsche.

Zum einen natürlich: Wo will ich hin? Was will ich erreichen? Nicht nur mit diesem einen Buch, sondern dem Schreiben an sich.

Da gibt es dann immer wieder die Leute die denken, es ginge nur darum mein Konto zu füllen oder berühmt zu werden. Aber für jemanden, der kaum den Mund aufbekommt, um anderen zu sagen, was er möchte, ist es nicht soo toll, wenn man im Fokus steht. Als ich auf der FBM gefragt wurde, was ich denn so schreibe, wäre ich beinahe vom Hocker gefallen. Klar kannte ich die Antwort, aber herausgebracht habe ich sie nur stockend und danach habe ich mich in Grund und Boden geschämt (weil ich eben schüchtern bin^^). Was die Sache mit dem Geld angeht: Eigentlich will ich nur meine Kosten decken und nicht an der Tischkante nagen müssen. Wer aus einfachen Verhältnissen kommt, und auch wirklich weiß, wie es ist, wenn man jeden Cent umdrehen muss, dem reicht es schon, wenn auf dem Kontoauszug keine rote Zahl steht.

Meine Antwort ist also das Klischee schlechthin: Ich will den Menschen meine Geschichten nahe bringen. Ich will, dass sie darin eintauchen können und sich auch etwas daraus mitnehmen können. Ich will das erreichen, was so viele Bücher bei mir geschafft haben: Zum Nachdenken anregen und Möglichkeiten aufzeigen.

Dann gibt es noch den Punkt: Ich bin ein Niemand.

Es ist meine erste Veröffentlichung, die Leser kennen mich nicht und wissen nicht, was sie von mir erwarten sollen. Da will ich weder vermessen sein noch verlangen, dass man den Preis XY zahlt, nur weil ich denke, dass meine Geschichte diesen Preis wert ist. Denn die Leser können das ja nicht ahnen. Und mir ist auch nicht entgangen, dass ebooks immer billiger werden und beinahe erwartet wird, dass es ständig Preisaktionen gibt oder das Buch bei Kindle Unlimited gelistet wird. Dass die Leute durch Amazon scrollen und bei den Büchern mit einem Preis von 3,99 € und höher den Kopf schütteln und nach den Schnäppchen suchen. Mir ist das bewusst und ich finde es traurig. Ich gebe zu, dass ich nur dann bei Preisaktionen mitmache, wenn ein Autor dazu aufruft. Für den Release. Und weil ich nicht den vollen Preis gezahlt habe, folgt irgendwann noch die Printausgabe. Weil ich verdammt noch mal weiß, wie viel Arbeit hinter jedem Werk steckt, aber dazu später mehr.

Und dann ist da ja noch die Sache: Was habe ich ausgegeben?

Denn je nachdem, welchen Preis ich festlege, dauert es entsprechend diese Kosten wieder einzufahren, damit ich das nächste Buch auf den Weg schicken kann. Und wenn ich mir nicht sicher sein kann, dass Geld überhaupt hereinzubekommen, ist dann ein hoher Preis besser oder sollte ich es doch billiger anbieten? Mir geht da ganz schön die Düse kann ich euch sagen. Weil ich nicht davon überzeugt bin, dass dieses Buch einschlägt. Ich erwarte keine Wunder, ich bin realistisch. Und deshalb rechne ich auch hin und her. Natürlich könnte ich ein wenig mehr Vertrauen in mich und das Buch-Baby haben, doch hier geht es oft genug um Glück (das ich nur selten habe), Marketing (um das ich mich kümmern werde) und den Auftritt des Autors (Haha … Ich bin ich. Ich habe Macken und Ecken und Kanten. Ich habe meine eigene Meinung. Und ich habe nicht vor, mich zu verstellen. Nicht mehr.). Tja … einen Beliebtheitswettbewerb werde ich nicht gewinnen. Will ich auch gar nicht. Aber selbst wenn die Leute mich scheiße finden, das Buch hat es VERDIENT gelesen zu werden, auch ohne dass ich vorgebe jemand zu sein, der ich nicht bin. Oder?

Ich will hier ungern sagen, was ich für das Buch bezahlen werde, weil … ich es gar nicht so genau weiß. Klar weiß ich, was ich für bestimmte Dinge ausgegeben habe, aber da kommen eben noch Kleinigkeiten dazu, die es mir unmöglich machen, die Kosten im Auge zu behalten. Material für Gewinnspiele, Dankeschön für meine lieben Testleser, Werbung, Goodies, Versandkosten, Pakete und Umschläge, Lektorat, Cover, vielleicht noch ein Korrektorat. Probebestellungen, bevor ich das Print freigebe. Deshalb habe ich keine Ahnung. Aber ich kann ja mal so grob rechnen, was es kostet, wenn ich einiges davon nicht selbst machen würde. Beziehungsweise: Was ein Autor ungefähr für jede Veröffentlichung zahlt.

Cover: hier habe ich nur für die Bilder bezahlt und den Rest selbst gemacht. Klar kann ein Coverdesigner es wesentlich besser, aber ich ändere meine Meinung alle paar Wochen. Das könnte dazu, dies kann eigentlich weg. Der Designer, der mit mir arbeiten muss, würde mir leidtun. Und mein Konto auch, denn jede Änderung kostet. Dann müssen noch die Goodies gestaltet werden. Also … ebook, Print (zwei verschiedene Ausgaben, wenn man auch ein Hardcover will), Lesezeichen, Postkarten, vielleicht noch Visitenkarten und möglicherweise ein Logo. Zumindest wäre es das bei mir gewesen. Je nach Coverdesigner kommt da einiges an kosten zusammen! Unter 300 € wird sich für dieses gesamte Paket nichts finden. Und das zurecht! Wäre beinahe ausgeflippt, als ich mich mit Photoshop vertraut gemacht habe. Und saß tagelang daran etwas zu gestalten, nur um mir dann zu überlegen … och nö, ich nehme einen anderen Printanbieter und der hatte andere Maße. Es ist f*** Arbeit und vor allem, wenn man es nach Vorgaben gestalten muss! Ich habe es aus zwei Gründen selbst gemacht: weil ich ungern etwas aus der Hand gebe (da meldet sich meine Zwangsstörung) und die Kontrolle über jeden Schritt haben möchte. Und dann weil ich mich ausprobieren wollte. Wenn ich was nicht kann, ist das bei mir immer so eine Herausforderung … bring es dir halt bei. (und ja, ich habe verdammte Angst davor, dass das Cover nicht gut ankommt^^)

Lektorat: Viele Lektoren rechnen in Normseite ab. Von 2,50 bis 5,00 € sind da die gängigsten Preise. Allerdings gibt es da auch Preise pro Stunde (45 €) oder je nach Aufwand. Am wichtigsten ist jedoch: passt der Lektor zu mir? Wenn nicht, kann es nämlich schwierig werden. ZWuL hatte 387 Seiten, als es zur Lektorin ging, die 2,50 € pro NS nimmt. Könnt ihr ja selbst ausrechnen, was mich das Lektorat kostet. Und ehrlich, damit bin ich noch gut weggekommen. Denn 2,50 € pro NS ist ein Preis, der viel zu wenig ist für die Arbeit, die ein Lektor leistet. Ich weiß, wovon ich rede und kann es sowohl aus der einen Sicht, als auch aus der anderen betrachten. Allerdings sind rund 1.000 € für einen Autor, der noch nie veröffentlicht hat und nicht weiß, ob er das Geld je wieder reinbekommt, auch schon eine Menge Geld. Da spielt schon jede Menge Unsicherheit mit, was die Seite des Autors betrifft. Und es ist nicht so, als würden sie erwarten, dass sie ein kostenloses Lektorat bekommt. Aber für Selfpublisher ist es doch beim ersten Buch gut, nicht gleich den ganzen Notgroschen auszugeben. Hach, das ist ein schwieriges Thema.

Korrektorat: Ungefähr zwischen 1,50 bis 3,00 € pro NS. Oder 15 € pro Stunde. Und obwohl ich möchte, dass mein Baby auch ein Korrektorat bekommt, bin ich mir hier wirklich unsicher. Weil … ich da nach jemandem suchen muss und mein Konto vielleicht schreit „Achtung roter Bereich“.

Testleser: Sie haben mir geholfen, meine Geschichte noch besser zu machen. Sie waren ehrlich und vor allem haben sie ihre kostbare Zeit dafür „geopfert“ mein Buch zu lesen. Da ist ein kleines Dankeschön doch wirklich mehr als nur angebracht. Deshalb bekommt jeder Testleser von mir ein kleines Paket. -> TB, Goodies, Versandkosten

Goodies: Lesezeichen, Postkarten und Visitenkarten. Gestaltet ist alles schon, jetzt muss man sie nur noch in den Druck geben und auch das kostet – je nach Anbieter – eine „Kleinigkeit“. -> Druckkosten

Gewinnspiel und Werbung: Ohne Aufmerksamkeit keine Leser. So ist es nun mal. Und dafür, dass das Buch Aufmerksamkeit bekommt, hat jeder Autor selbst zu sorgen. Also muss man sich was einfallen lassen und auch dafür in die Tasche greifen.  -> Werbungskosten

Das macht, nur für die Basics Cover, Lektorat und Korrektorat zwischen: 2.120 € und 3.729 €. Diese Preise sind nur grobe Richtwerte. Nach oben ist alles offen, aber nach unten, wenn man diese drei Dinge haben will … wird schwierig. Deshalb ist es auch kein „Ich will eben mal ein Buch veröffentlichen“-Ding. Sondern ein: „Ich habe 3 Jahre dafür gespart und wenn das Geld futsch ist und das Buch floppt, spare ich eben wieder 3 Jahre“-Ding.

Dann gibt es noch so Dinge wie: Buchsatz, Trailer und vieles mehr, was man für sein Buch von anderen machen lassen kann. Aber ich denke, euch schwirren genug Zahlen im Kopf herum.

Diese Kosten gilt es wieder einzubringen und noch mehr, um auch Miete, Strom und Einkäufe zahlen zu können. Das würde also auch wieder für einen höheren Preis sprechen. Aber … Augenblick mal, habe ich da nicht noch was vergessen? Ja, verdammt!!!

Die unzähligen Stunden, in denen das Buch geplant, geschrieben und überarbeitet wurde. Denn das ist, verdammt noch mal, kein Zuckerschlecken. Es ist wundervoll, aber es ist auch hart. Kostet Tränen, Schweiß, eine Menge Nerven und manchmal auch Blut. Ich kann euch gar nicht sagen, wie lange der Prozess bei ZWuL von der Idee bis zur Veröffentlichung gedauert hat, weil ich ja noch nicht so weit bin. Aber so ungefähr September bis März und dann so … 8-14 Stunden täglich, außer Sonntags.Also nichts mit „Mal nebenbei ein Buch geschrieben“! Da steckt ein Teil meiner Seele drin.

Wenn mich also jemand fragt, was mir dieses Buch wert ist, dann lautet meine Antwort: ALLES. Weil ich mich ihm vollkommen verschrieben habe und auch jetzt noch an den Charakteren hänge und kurz davor bin zu weinen, weil ich so stolz bin. Nicht auf mich, sondern auf die Geschichte. Auf Ally und Luc, die ihren Weg gegangen sind. Und die hoffentlich viele Menschen begeistert. Aber … zu welchem Preis? Immer noch keine Antwort *weint*.

Wenn mich aber jemand fragt, was denn mein Büchlein kosten soll, dann … (werde ich wahrscheinlich in Tränen ausbrechen, diesen Artikel ausdrucken und damit herumwedeln.) Ich weiß es nicht.

Ich würde das ebook gern für 3,99 € anbieten, fürchte aber, der Preisist zu hoch. Weil ich ein Niemand bin, weil andere nicht sehen, was alles dadrin steckt.

Taschenbuch – 12,99 €

Hardcover – 18,99 €

Aber ich weiß nicht, ob die Preise so realistisch sind … Mir schwirren all diese Dinge im Kopf herum und ich komme auf kein Ergebnis. Weil ich niemandem das Geld aus der Tasche ziehen will, weil ich mich schuldig fühle, wenn ich so viel verlange, weil ich aber auch den Wert kenne.

Genug gelabert. Ich zerbreche mir den Kopf, packe die ersten Goodies aus und wünsche euch noch einen schönen Tag ❤

P.S. Was würdet ihr zahlen? Für ein 400 Seiten Buch von einer unbekannten Autorin? Für das Taschenbuch und das Hardcover? Sind meine Preise zu hoch?

 

18 Kommentare zu „Was ist mein Buch wert?

  1. Letztlich gehe ich nach der Qualität. Wenn mich das Buch in irgendeiner Form anfixt, ist es mir egal, ob es von einer Newcomerin oder einem arrivierten Autor geschrieben ist. Auch, ob ein großer Verlag dahinter steht oder jemand sich das mit Liebe, Mühe und Herzblut selbst zusammengebastelt hat. Wenn mich das Cover nicht anspricht, greife ich nicht nach dem Buch; macht der Klappentext nicht neugierig, lese ich nicht hinein und ist der Stil nicht meiner, lege ich es zurück. So weit, so einfach.

    Ich kann deine Bedenken allerdings gut nachvollziehen. Es ist schwer, der Buchmarkt ist hart umkämpft und als Newcomer ist man ohnehin verunsichert. Aber meiner Meinung nach ist es falsch, deshalb den Kopf einzuziehen und sich klein zu machen. Wie gesagt: Der Buchmarkt ist hart umkämpft. Es gibt keinen Welpenbonus. Es gibt nur Marktnischen. Wenn deine Nische darin besteht, billig produzierte Konfektionsware rauszuhauen – vollkommen ok, aber du musst dazu stehen. Dein Artikel zeigt aber sehr deutlich, dass deine Nische woanders liegt. Dann steh dazu. Es geht nämlich auch andersrum. Wenn deine Überzeugung rüberbringst, dass dein Buch seinen Preis wert ist, wird man dir es erst mal glauben. So viel Selbstbewusstsein kann sogar der Grund sein, zu deinem und nicht zum billigen Konkurrenzprodukt zu greifen (natürlich kann sich deine Selbstwahrnehmung immer noch von der der Leser unterscheiden, aber das ist eine andere Sache).
    Wenn du immer noch zweifelst, schau dir die Preise von Nina Hasse an. Die ist auch Selfpublisherin und ihr „Ersticktes Matt“ ist grandios gestartet. Weitere Beispiele sind Tim Vogler und Nika Sachs. Es gibt auch andere Wege, sichtbar zu werden, als über den Preis.

    Also trau dich!

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    1. Ja, da gebe ich dir vollkommen Recht. Ich schaue weder auf den Namen eines Autors noch darauf, ob es in einem Verlag erschienen ist. Selbst das Cover ist mir relativ egal, weil ich einfach schon zu viele fantastische Bücher gelesen habe, deren Cover mir wenig zugesagt haben. Was mich überzeugen muss, ist die Leseprobe.

      Und wie gesagt, die Sache mit dem Cover ist bei meinem Buch ein Problem. Ich habe mir sehr lange Gedanken darüber gemacht, was für ein Cover zur Geschichte passen könnte. Es geht um Verlust, Schmerz, Angst und das Gefühl, niemals gut genug zu sein. Und darum all das zu überwinden und zu erkennen, wer man wirklich ist. Wie packt man das in ein Cover? Deshalb habe ich es sehr schlicht gehalten, obwohl ich weiß, dass viele Leser genervt sind, wenn man einfach nur eine Frau (respektieve Mann) drauf klatscht. Aber ich wollte es schlicht und vor allem wollte ich keine falschen Erwartungen wecken. Ja, es geht auch um Liebe, aber die ist nicht das zentrale Element. Ich habe also in Kauf genommen, dass ich Leser verliere, sobald sie das Cover sehen.^^

      Und nein, ich will keine „billig produzierte Konfektionsware“ anbieten. Weil mein Herz für jede einzelne Geschichte, die ich schreibe, schlägt. Und weil ich finde, dass jede davon es verdient hat, dass sie die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient. Dann bringe ich eben nur 1-2 Bücher im Jahr raus und werde von den Lesern „vergessen“, aber das ist mir egal, solange ich nur weiß, dass ich meinen Charakteren und den Welten gerecht werde. Ich bin nur die, die diese Geschichten aufschreibt. Es sind meine Charaktere, die sie erleben ❤

      Und ich zweifle auch gar nicht an dem Buch. Nur an mir. Aber das ist natürlich eine andere Geschichte.

      Ich danke dir für deine Worte und auch dafür, dass du den Artikel geteilt hast ❤

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      1. Für das Teilen musst du mir nicht danken. Ich finde den Artikel gut, weil er zeigt, wie viel Mühe und Hirnschmalz in einem Buch steckt und Selfpublishing ist eines der Themen meines Blogs.
        Ich finde es wichtig, sich als Selfpublisher zu positionieren, d. h. sich Gedanken über Marketingwege, -strategien und den eigenen Wert zu machen. Leider fällt den Meisten nicht viel mehr ein, als die Preise zu senken (gerade bei eBooks). Da warst du erfrischend anders. 🙂

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      2. Ich glaube, dass liegt auch ein wenig mit an der Einstellung. Und daran, was das Schreiben für jemanden bedeutet. Mag ein klischee sein, aber: Ich wollte schon als Kind immer nur schreiben und das habe ich auch. Es ist nicht nur ein Traum für mich, sondern mein Lebenswunsch. Und es ist auch wichtig. Zu lesen und in andere Welten einzutauchen. Finde ich zumindest. Mir hat das als Kind alles bedeutet und daran hat sich bisher nichts geändert. Und das wird es auch nicht. Denn selbst wenn meine Werke nicht gut ankommen, könnte ich damit nicht einfach aufhören. Weil das Schreiben zu mir gehört und ich es genauso brauche, wie die Luft zum Atmen.^^

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  2. Das ist halt das große Dilemma, vor dem wir Autoren alle irgendwann stehen. Als Newcomer hat man es da natürlich nicht leicht. Ist das Buch zu günstig, denken alle, es ist Dreck, ist es zu teuer, lässt sich der Leser eher nicht auf den Neuling ein, weil das Risiko größer ist.
    Ich denke aber, dass du mit deinen Preisvorstellungen ganz gut liegst. Allerdings frage ich mich, wie sinnvoll es ist, das Buch direkt auch als Taschenbuch und vor allem Hardcover anzubieten. Die Wahrscheinlichkeit, dass die einfach bei dir im Keller verstauben ist äußerst hoch. Da lohnt sich die Ausgabe vermutlich einfach nicht.
    Wenn die Nachfrage nach dem E-Book und dem Taschenbuch hoch genug ist, kann man ja das Hardcover immer noch nachreichen. Aber anfangs würde ich mir das sparen.

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    1. Mit dem Kommentar zum Taschenbuch – und zum Hardcover – magst du Recht haben. Allerdings werde ich die nicht bei mir im Keller lagern^^ Es wird nur gedruckt, wenn es bestellt wird. Für meine Testleser zum beispiel brauche ich schon einige TB. Für ein paar Leute aus der Familie auch, denn meine Schwiegeroma liest keine ebooks 😉
      Und dann ist es bei mir noch so ein gesonderter Fall, dass ich aus bestimmten Gründen keine Taschenbücher lesen kann. Ebbok ja, aber keine Taschenbücher. Allerdings will ich das Buch im Regal haben und auch jederzeit lesen können. Deshalb muss ich zumindest für mich ein Hardcover machen und wenn ich es einmal anbiete, kann ich das doch eigentlich auch für meine Leser? Es kostet ja immerhin nichts und wird nur gedruckt, wenn es bestellt wird. Verstehst du, was ich meine?

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      1. Ah, okay. Klang nur irgendwie komisch. So im Sinne von „ich kann keinen Blumenkohl essen.“
        „Warum nicht?“
        „Weil er ekelhaft schmeckt.“
        Aber das ist natürlich durchaus ein guter Grund, Taschenbücher zu ignorieren. Ich habe die ja lieber als Hardcover. TB liegen einfach besser in der Hand, finde ich. HC sind irgendwie so sperrig.

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  3. Mensch Jennifer,

    trau dich! Jedes Buch hat es verdient gelesen zu werden und deins auch!
    Ich finde es sehr interessant und vor allem sehr mutig, dass du das alles auflistest, denn ich finde, in der heutigen Zeit werden Ebooks gerne „verramscht“. Sie sind keine Kramtischware, sondern Güter, die ihren Preis einfach wert sind!
    Es gibt viele, die die Arbeit hinter so einem Ebook nicht sehen, denn „es ist doch nur eine Datei“. Mal von Cover, Lektorat und dem ganzen drumherum abgesehen, hat es der Autor einfach verdient, für die Zeit, die Gedanken, die Nerven, die blutigen Finger 😀 und die vielen Zweifel belohnt zu werden. Natürlich kommt das, in dem die Leser das Buch klasse finden werden, aber eben auch über den Preis!
    Ich finde 3,99 € für ein 400 Seiten Buch gerechtfertigt und würde auch mehr bezahlen, wenn der Klappentext mich neugierig macht und die Leseprobe mir zusagt. Schließlich hab ich die Option, mich selbst neugierig zu machen.
    So wie du schreibst, weißt du, dass dein Buch seinen Preis wert ist und das werden deine Leser merken.
    Mir ist es vollkommen egal, ob ein Buch vom Verlag kommt oder nicht, wenn es mir gefällt, wird es gekauft. Punkt.

    Und nun warte ich, bis dein Buch erscheint, um es dann kaufen zu können. 😀

    Liebe Grüße
    Juliane

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    1. Hey Juliane^^

      Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich das alles wirklich auflisten sollte. Nur bin ich der Meinung, dass die meisten Leser gar nicht mehr sehen, was alles dahinter steckt. Angefangen von dem Geld (weil viele denken: Schreiben, hochladen, fertig. Als ob!) und vor allem die Mühe, die hinter jedem einzelnen Werk steht. Für die meisten menschen ist Kunst etwas, das sie gerne nutzen, über das sie sich aber keine Gedanken machen. Und das finde ich traurig. Deshalb habe ich es dann einfach dazu geschrieben. Damit die Leute mal darüber nachdenken, was dahinter steht.
      Verramscht. Vor diesem Wort bin ich zurückgeschreckt, hatte es sogar drin und habe es herausgenommen, weil ich wusste, dass es einige gibt, die sich auf den Schlips getreten fühlen. Sowohl Autoren, als auch Leser. Aber es ist wirklich so und mir tut das dann immer weh. Wenn man sich als Autor dafür rechtfertigen oder gar schämen muss, dass es nichts umsonst oder spottbillig gibt. Was ist denn das für eine Welt? Es sagt so verdammt viel über unsere Gesellschaft aus, nicht wahr? Und da mache ich einfach nicht mit. Weil es meiner Geschichte nicht gerecht wird und auch nicht meiner Arbeit. Ein Starbuckskaffee ist billiger. Wer sich den leisten kann, der kann doch bitte auch für ein „Kunstwerk“ (denn im eigentlichen Sinn des Wortes sind Bücher genau das. Werke der Kunst) mal mehr bezahlen als lächerliche 99 Cent.
      Ja. Nur eine Datei. Den Satz kenne ich auch. Der macht mich wütend. Musik ist auch nur eine Datei. Und mein Gott, wie viel Arbeit hinter jedem Lied steckt. Und dann noch das, was die Künstler reinstecken. Und da haben wir es auch wieder: Ich brauche Musik. Ob ich nun eine CD kaufe oder mir die Dateien bei Amazon downloade. Mir schnurz. Die Arbeit, die dahinter steckt, ist fast die gleiche.

      Ich danke dir für deine Lieben Worte und hoffe, dir wird das Buch gefallen, sobald es erschienen ist ❤

      Liebe Grüße
      Jenny

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  4. Oh, das kann ich nachfühlen! Mindestens ein Vierteljahr lang war ich unschlüssig, wie viel Geld ich für mein Ebook nehmen soll. Ich habe mich schließlich für 03,99 € entschieden. Und ich werde dabei bleiben, dass Bücher, die mehr als 100 Seiten haben, als Ebook mehr als 0,99 € wert sind. Meiner Meinung nach ist es absolut angemessen nicht mal vier € für ein ganzes Ebook zu nehmen. 😉 Viel Erfolg! Ich kaufe auch keine Ebooks mehr über Preisaktionen!

    Liebe Grüße

    Christiane (Texthase Online)

    Gefällt 1 Person

    1. Hey Christiane,

      Das Thema ist wirklich sehr schwierig, aber ich bin jetzt zu einer Entscheidung gekommen und dabei bleibe ich auch 🙂
      Und wie gesagt, manchmal kaufe ich ebooks bei Preisaktionen. Wenn ich weiß, dass ich das Buch noch mal als Print hole. Weil gerade am Release-Day ist es wichtig, dass ein Buch „hochgepusht“ wird. So traurig es ist, aber wenn man nicht sichtbar ist, wird man nicht gelesen.

      Liebe Grüße
      Jenny

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  5. Hallo du Liebe,
    ich habe deinen Artikel schon heute früh in meiner Timeline gesehen, bin aber erst jetzt dazu gekommen, ihn komplett zu lesen. Ich verstehe deine Gedanken absolut. Falls du meinen Beitrag über Gratis-eBooks gelesen hast, weißt du es schon.

    Falls nicht: Ich finde, ein eBook hat einen Wert. Für diesen Wert muss ein fairer Preis bezahlt werden. Nicht nur deinetwegen, sondern auch des Buches wegen. Ich glaube, ein geschenktes Buch oder ein zu billig abgegebenes Buch wird vom Leser i.d.R. nicht so sehr wertgeschätzt wie eines, das sie „teuer“ bezahlt haben. Wenn du einen Preis verlangst, bei dem der Käufer sich noch einmal überlegt, ob er dein Buch wirklich haben will (beim eBook ist das aus meiner Sicht ab 3,99€ der Fall), und es trotzdem kauft, dann weil er dein Buch lesen will. Das ist doch der Leser den du erreichen willst und nicht der Schnäppchensammler mit dem riesigen SUB, der dein Buch kauft und nie wieder eines zweiten Blickes würdigt.

    Also zusammengefasst: 3,99€ sind ein fairer und vernünftiger Preis für knapp 400 Seiten!

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    1. Hey Erin!

      Ich hab deinen Artikel bestimmt schon gelesen, weil ich sie ja per Mail bekomme. Aber ich bin ein Goldfisch und vergesse immer alles. Deshalb danke, dass du es noch mal gesagt hast^^

      Und ja, ich kann dir absolut zustimmen. Auch ebooks haben einen Wert und sollten nicht verschleudert werden. Weil dann mein Herz immer so blutet. Aber ich wollte eben auch nicht „arrogant“ wirken oder so, als wolle ich nur die Hand aufhalten. Ich weiß, was dieses Buch mir wert ist, jetzt muss ich nur noch andere davon überzeugen, damit sie das auch wissen^^

      Danke für deine Meinung ❤

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      1. Die Sorge kann ich auch nachvollziehen. Aber wer wirklich glaubt, ein Self-Publishing-Autor wird bei 3,99€ reich, der hat doch was verpasst, oder?
        Ich meine, klar, wenn du dann davon 1.000 Exemplare pro Monat verkaufst (langfristig) und noch zwei – fünf weitere Bücher (mit ähnlichem Erfolg) hinterher schiebst, dann könntest du nach Abzug von Steuern und Erstellungskosten ganz gut verdienen – aber wem gelingt das wirklich? Es ist schön, wenn man die Kosten wieder drin hat und dann immer noch Einnahmen generiert – das ist mein Ansatz! Ein Buch soll das nächste finanzieren…

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      2. Genau das ist es, was ich auch erreichen will! Und die meisten Leuten denken, dass der Autor ja wirklich 3,99 € bekommt. Darüber sollte man auch mal einen Artikel machen, aber da kann ich vor der Veröffentlichung schlecht was sagen^^

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