Über das Schreiben

Von der Idee zum fertigen Text V – Die Überarbeitung

Überarbeiten war für mich lange Zeit ein Buch mit sieben Siegeln. Ich wusste nicht, wie ich vorgehen sollte, worauf ich achten sollte und vor allem hatte ich Angst, etwas zu übersehen oder etwas falsch zu machen. Deshalb habe ich einfach geschrieben und die fertigen Manuskripte auf einen virtuellen Stapel gelegt, der immer höher wurde. Und dann kam der Zeitpunkt, an den ich mir gesagt habe: So geht es aber nicht weiter.

Ich habe mich hingesetzt und erst mal über das Thema recherchiert. Mir verschiedene Methoden angesehen und auch Ratschläge von anderen Autoren eingeholt. Bis ich dann gemerkt habe, dass mir das auch nichts bringt.

Nach einigen quälenden Tagen, habe ich dann einfach gemacht. Manuskript ausgedruckt und mit einem Rotstift bewaffnet angefangen zu lesen. Nach einigen Seiten habe ich dann festgestellt, dass es so nicht funktioniert. Deshalb berichte ich euch heute, was bei mir wirklich funktioniert hat.

Überarbeitung 1:

Ich setze mich an meinem Laptop und formuliere Szenen aus, streiche etwas, füge was anderes hinzu. Dabei achte ich noch nicht auf sprachliche Feinheiten, sondern sehe mir nur an, wo etwas fehlt und achte auf Logik und den roten Faden meiner Handlung. Auch auf die Charaktere werfe ich ein Auge und überprüfe sie noch einmal.

Bei diesem Schritt wachsen meine Manuskripte um einige tausend Wörter an. Ich versuche, die Welt lebendiger zu gestalten und den Charakteren kleine Eigenheiten mitzugeben, damit sie „echt“ werden.

Überarbeitung 2:

Nun wird ausgedruck und auf erste Fehler überprüft. Meine Seiten sehen dann zwar aus, wie ein Malbuch und mir graut es immer, all die Anmerkungen zu übertragen, doch so finde ich einfach mehr Fehler und achte auf kleinere Dinge, die ich am PC übersehen würde.

Das ist der Zeitpunkt, an dem ich so manchen Absatz oder gar ganze Szenen und/oder Kapitel streiche und mir Anmerkungen wie „Das kannst du doch so nicht schreiben“ oder „Stehen die beiden in einem Luft leeren Raum oder was?“ an den Rand notiere.

Testleser:

Nun wird es Zeit, ein wenig Abstand zu bekommen und mal zu hören, was andere dazu zu sagen haben. Am hilfreichsten sind die Kommentare von denen, die selbst schreiben und mit Begriffen wie „Infodump“ und „Show don’t tell“ etwas anfangen können. Solange testgelesen wird, widme ich mich andere Projekten und lenke mich ab.

Überarbeitung 3:

Bei diesem Schritt drehe ich jedes einzelne Wort dreimal um und lese mir jeden Satz laut vor. Ich streiche Füllwörter und Adjektive, wenn sie nicht gebraucht werden und versuche, meinen Texten den Feinschliss zu geben, ehe es ins Lektorat geht.

Fazit:

Das mag nun alles sehr aufwendig und anstrengend klingen (was es auch ist), aber ich möchste alles für meine Buch-Babys geben und mache deshalb lieber einen Durchgang mehr, als einen zu wenig. Natürlich ist mir bewusst, dass ich nicht jeden Fehler finden werde. Deshalb geht es ja noch einmal ins Lektorat. Was ich finden kann, verbessere ich. Was ich übersehe, wird meine Lektorin aufspüren.

Ich hoffe, ich könnte euch einen Einblick in meine Arbeitsweise geben. Wenn ihr noch fragen habt, hinterlasst mir gerne einen Kommentar.

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