Allgemein · Über das Schreiben

Frankfurter Buchmesse 2016

Wochenlang habe ich darauf hingefiebert und am 21. Oktober 2016 war es dann endlich so weit. Koffer waren gepackt, die Reise geplant und mein Mann und ich waren bereit. Heute werde ich euch einen kleinen Bericht geben, wie ich das Messewochenende erlebt habe und was ich in Leipzig unbedingt anders machen will.

21. Oktober – Anreise

Unser Zug sollte 11.34 Uhr starten. Tat er natürlich nicht, aber was will man von der Bahn auch erwarten? Jedenfalls hatten wir aber genug Zeit eingeplant, um unseren Anschlusszug zu erwischen, da war es mir egal, wie lange wir in Erfurt herum standen. Auch wenn meine Angewohnheit, immer zu früh da zu sein, mir ein paar Frostbeulen eingebracht hat. In Leipzig dann bitte eine Jacke einpacken *hust*

Als es dann endlich Richtung Schweinfurt losging, warf ich meinen Vorsatz, im Zug schreiben zu wollen, über Bord, denn das Geschaukel schlug mir so auf den Magen, dass ich aussah, wie ein Vampir auf Blutentzug. Weshalb ich froh war, endlich aus dem Zug zu kommen. Über zwei Stunden sind ja wahrlich genug! In Schweinfurt fror ich mir wieder den Arsch ab. Ganz ehrlich, die Leute am Bahnsteig müssen gedacht haben, ich bin total Banane, weil ich durch die Gegend hüpfte.

Nach weiteren zwei Stunden kamen wir in Frankfurt an und ab da wurde es dann hektisch. Wir hatten keine Ahnung, wo die S-Bahnen verkehrten und als wir dann endlich ankamen, waren da so viele Menschen, dass ich fürchtete, zerquetscht zu werden. Noch dazu war unsere Bahn so voll, dass wir nicht mehr einsteigen konnten und – extrem genervt – auf die Nächste warten mussten. Da sowieso alle 10-15 Minuten Verspätung hatten, schoss mein Blutdruck in die Höhe und mein schlechtes Gewissen traktierte mich erbarmungslos. Unseretwegen musste Svenja über eine dreiviertel Stunde warten! Verdammt!

Als wir dann endlich bei Svenje in Wiesbaden waren, fiel ich halbtot auf die Couch (nachdem ich ihre riesige Wohnung bewundert habe) und fragte mich, wie ich die beiden Messetage überleben sollte, wenn ich am Freitag schon platt wie eine Flunder war. Schlaf wird es richten, dachte ich und schob meine Bedenken beiseite.

22. Oktober 2016 – Messe Tag 1

In einer fremden Wohnung zu übernachten, in der man die Geräusche nicht kennt, bringt nur leider nicht viel Schlaf. Und da wir schon um 6 Uhr aufstehen mussten, sah ich auch entsprechend aus. Aber alles egal, wir würden auf die FBM gehen!!!

Schnell einen Kaffee getrunken, unter die Dusche gesprungen und in die Klamotten geworfen und als wir dann alle abmarschbereit waren, setzten wir uns ins Auto und fuhren Richtung Frankfurt. Vom Parkhaus in den Shuttlebus, bis zum Messegelände und – endlich – waren wir da!

Peinlichkeit Nummer 1: wir stellten uns an die Kasse, um Tickets zu lösen, nur um zu erfahren, dass wir mit meinem Ausweis kostenlos herein kommen. Gut zu wissen. Also einfach durch gehuscht und im nächsten Moment fasziniert und überwältigt inne halten, weil alles so riesig war. Nachdem wir wussten, wo der Drachenmondstand und der von Zauber zwischen Zeilen lag, war das wichtigste geklärt und wir konnten ein wenig herumlaufen, um uns umzusehen.

Für Leipzig: bitte keine Schuhe tragen, die nicht eingelaufen sind! Mir taten schon nach einer Stunde die Füße weh und ich nutzte jede Gelegenheit, um mich hinzuschmeißen und meine Beine auszustrecken. Noch dazu begann ich mich zu fragen, was ich hier eigentlich mache. Ohne Veröffentlichung kann ich mich kaum als Autorin bezeichnen, weshalb ich mich bei den meisten Gesprächen zurückhielt und nur stumm beobachtete. Noch dazu war ich einfach erschlagen von den Vielen Eindrücken!

Nur ist das alles für jemanden, der blind wie ein Maulwurf ist, wirklich schwierig. Zum einen bin ich ständig über diese kleinen Stufen an den Ständen gestolpert oder über Rollkoffer geflogen, zum anderen habe ich die Leute nicht mal erkannt, wenn sie vor mir standen. Und wenn mein Mann, Svenja und Cornelia außer Sichtweite gerieten, machte sich bei mir eine leichte Panik breit.

Aber alles egal. Während meine Begleiterinnen fleißig Kontakte knüpften und sich bei Signierstunden anstellten, kam das für mich nicht infrage. Ich war schon froh, überhaupt in Frankfurt zu sein und mit den beiden Mädels quatschen zu können. Als ich mich dann doch in eine Signierschlange für Teri Terry stellte, bereute ich es nach den ersten Minuten. Die Leute, die vorbei wollten, schubsten so rabiat, dass ich beinahe in einer Scheibe gelandet wäre und mich dann so hinstellen musste, dass mein Mann und Cornelia mich abschirmten. Ja, ich kam mir vor wie ein kleines Kind, doch was hätte ich machen sollen? Sobald ich meine beiden Bücher mit Autogrammen versehen hatte, lief ich glücklich durch die Gegend, musste aber einsehen, dass anstehen und eine Sehschwäche keine gute Kombination ist.

Nachdem wir einige weiteren Stunden über das Gelände gezogen sind, war es Zeit für die Heimfahrt und eine kleine Stadtführung durch Wiesbaden. Dann noch etwas zu essen und ein wenig Entspannung und es ging völlig kaputt ins Bettchen.

23. Oktober 2016 – Messetag 2 und Abreise

Tot ist gar kein Ausdruck für das, was ich am Sonntagmorgen war. Ich habe mir nicht mal Make-up ins Gesicht geklatscht. Mir war einfach ALLES egal. Da heute die Bücher auch verkauft werden durften, wenn es keine Signierstunde gab, schlug ich zu. Zumindest wollte ich das, doch es wurden nur zwei weitere Schätzchen. Eines davon wollte ich signieren lassen. Nur war die Schlange geschätzte 500 Meter lang und später erfuhren wir, dass die Autorin 3 Stunden!!! Autogramme gegeben hat.

Deshalb schlenderten wir nur durch die Gegend, Svenja und Cornelia trafen sich mit einigen Leuten und ich traute mich, zwei Fotos mit Autorinnen zu machen. Für mich eine enorme Leistung! Als dann jemand MICH fragte, was ich so schreibe, habe ich ziemlich blöd aus der Wäsche geguckt. Weder Autogrammkarten, noch was anderes dabei zu haben war ein Fehler. Auch das muss ich in Leipzig anders machen, aber bis dahin gibt es – hoffentlich – ZWuL.

Dann war es auch schon Zeit, zum Bahnhof aufzubrechen. Mittlerweile humpelte ich bei jedem Schritt und war einfach nur fertig. Und dennoch überwältigte mich Trauer. Ich wollte noch nicht weg! Es gab noch so viele Leute, die ich sehen wollte und so viele Dinge zu sehen.

Aber unser Zug fuhr 17.30 Uhr und wir mussten uns noch Verpflegung besorgen, um die 5 Stunden zu überleben. Kurz vor Erfurt lag ich dann im Zug und war kaum noch ansprechbar. Wie wir zurück in unsere Wohnung gekommen sind, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr. Jedenfalls wollte ich nur ins Bett uns schlafen!

Fazit

Ich brauchte drei volle Tage, um mich zu erholen und nichts mehr von dem Muskelkater zu spüren, der mich heimgesucht hat! Aber trotz allem wollte ich zurück und in Gedanken plane ich auch schon die nächste Messe. Mit mehr mut und vielleicht zu einem Stecker, der auf meine Krankheit hinweist, bevor ich wieder wie ein PingPongball herum gestoßen werde^^

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