Über das Schreiben

Ein Blick hinter die Kulissen #1 – Von Plänen, die auf den Kopf gestellt werden

Ihr müsst wissen, ich bin ein Mensch, der Listen liebt und ständig Pläne macht. Nicht nur für einen Tag oder eine Woche, sondern viele Monate im Vorraus. (Wo ich das so schreibe, muss ich unbedingt mal den groben Plan Für 2017 machen *hust*) Da kann es natürlich ständig passieren, dass ein kleines Ereignis alles durcheinander würfelt und ich dann ein wenig panisch werde, weil ich alles umorganisieren muss. Wobei … neue Liste schreiben, ist nicht wirklich wild^^ Doch für einen Moment bin ich kopflos.

Heute werde ich euch erzählen, was ich für die letzten Monate des Jahres geplant hatte und wieso nun alles ganz anders kam. Die neuen Pläne stehen schon, doch da bin ich extrem unter Zeitdruck. Aber lest selbst!

Alles fing damit an, dass ich mir eine Lektorin gesucht habe und mich ein letztes Mal daran setzte, um DaK I zu überarbeiten, damit ich es abgeben konnte, um mich dann um die anderen Schritte zu kümmern, die für eine Veröffentlichung wichtig sind. Cover, Marketing und so weiter. Ich war wie im Rausch, wollte Band 1 im Dezember veröffentlichen und war wahnsinnig aufgeregt. Denn bisher war das Feedback durchweg positiv und ich vollkommen aus dem Häuschen, da ich so etwas nicht erwartet habe. Allerdings habe ich mich mit der letzten Überarbeitung schwer getan, da mein Perfektionismus zu schlug. Ganz übel. Ich war froh, wenn ich 45 Seiten am Tag geschafft habe und das bei mehr als 8 Stunden. Ein wenig frustrierend, doch irgendwie habe ich mich selbst blockiert. Ich wollte es sooo sehr. Und doch hat mich etwas davon abgehalten.

Dann habe ich eine Mail bekommen und musste eine Entscheidung treffen. Deshalb liegt DaK nun brach. Ich habe noch den zweiten Band beendet und werde das Projekt – und die Welt – 3 Monate lang ignorieren.

Da stellte sich die Panik ein. Aber ich wollte doch noch dieses Jahr veröffentlichen! Das schaffe ich nun nicht mehr. Noch dazu hatte ich eine weitere Fantasy-Reihe, um die ich mich kümmern sollte. Überarbeitung des ersten Bande, schreiben des zweiten usw. Allerdings hätten sich ähnliche Probleme mit WdN ergeben, da war ich mir ganz sicher. Und dann stellte ich mir die Frage, ob Fantasy wirklich das beste Genre für mein Debüt ist. Sollte ich wirklich mit einer Reihe beginnen? Finde ich dann überhaupt Leser?

Fragen über Fragen. Nach unzähligen Gesprächen habe ich mich dazu entschieden, eine Romance-Reihe ins Leben zu rufen, in der jeder Band unabhängig gelesen werden konnte. Meine Zielgruppe dabei ist 18-25 jährige Leserinnen. Die Charaktere formten sich ebenso schnell in meinem Kopf und dann stand auch der grobe Plot. Nun brauchte ich nur noch einen Plan.

Punkt 1: DaK II beenden

War das vorrangige Ziel, da ich keine zwei Projekte parallel schreiben wollte ich nicht. Doch da fehlte mir noch so einiges und ich musste wirklich in die Puschen kommen. Da ich aber einige Tage nicht geschrieben hatte, war das eine echte Herausforderung. Doch ganz langsam, mit jedem Wort, näherte ich mich meiner alten Form. 3k zu schreiben war kein Problem mehr und vor meinen Augen zog die Welt dahin. Schneller als gedacht,  leitete ich das finale Kapitel ein und schrieb ein Ende, mit dem ich zufrieden war.

Nur blieb keine Zeit für Party oder eine angemessene Verabschiedung von Lina und Devlin. Ich musste gleich weiter machen!

Punkt 2: Der unmögliche Zeitplan

Und nun beginnt es. Der unmögliche Zeitplan. Habe ich mir doch vorgenommen, vor meinem 28. Geburtstag zu veröffentlichen. Dem 26. Januar. Haha! Lacht ruhig mit mir. Denn in diesen wenigen Monaten will ich: eine Rohfassung schreiben, ein Manuskript überarbeiten, ein Lektorat machen lassen, alles noch ein zweites Mal bearbeitn und irgendwo zwischen all dem liegen noch verschiedene Testleser.

Ähm ja ne ist klar, oder? Werde ich auf jeden Fall schaffen, wenn ich mir abgewöhne zu schlafen. Vielleicht auch mit Schlaf, nur dann werde ich zu meinem Geburtstag eine lebende Leiche sein und brauche dann erst einmal ein Sanatorium. Vielleicht brauche ich das jetzt schon? Solche Pläne steckt sich doch kein normaler Mensch! Nope, aber ein normaler Autor. Denn so sind wir nun mal 😛

Das ist nun mein neuer Plan. Hochgegriffen und immer, wenn ich länger darüber nachdenke, stellt sich ein Gefühl der Panik ein. Aber … was soll’s. Umbringen wird es mich nicht. Es könnte mein Gehirn in Matsche verwandeln, aber das passiert auch, wenn ich morgens aus dem Bett krieche.

Jedenfalls habe ich gestern Abend/Nacht das erste Kapitel zu ZWuL geschrieben und ich muss sagen: heilige Drachen, es ist so anders, aber doch irgendwie auch mein Ding. Ally und Luc haben es mir leicht gemacht und zwischen ihnen knisterte es vom ersten Augenblick an. Nun begebe ich mich in eine Welt voller Intrigen, schmutziger Geheimnisse und Lügen. Und dann einem Typen, der jedem ständig die absolute Wahrheit sagt.

Ich habe Spaß beim Schreiben und hoffe, ihr drückt mir die Daumen, damit alles klappt, wie ich mir das denke. Bis dann wieder irgendetwas kommt und meine Pläne über den Haufen wirst. Irgendeine Macht möchte wohl nicht, dass ich veröffentliche?

Am Schluss bedanke ich mich bei meinen lieben Kolleginnen Rieke, Cornelia, Svenja und Jana. Der Abend gestern war genial ❤

3 Kommentare zu „Ein Blick hinter die Kulissen #1 – Von Plänen, die auf den Kopf gestellt werden

  1. Du bist also auch ein Listenschreibender Plan-Freak? Willkommen im Club! Es gibt eigentlich nur eine Sache die schöner ist, als eine guten Plan auszuarbeiten und das ist das Schreiben, stimmts?
    Aber weil du es selbst so schön ansprichst, muss ich mal eine Frage loswerden, die ich mir bei allen Autoren die ich bis jetzt kennengelernt habe, stelle. Warum diese Hektik? Warum so ein Ziel, innerhalb von wenigen Monaten etwas zu erschaffen und zu veröffentlichen? Nicht falsch verstehen, ich habe höchsten Respekt vor deinem Vorhaben und werde dich unterstützen, wenn ich irgendwie kann. Aber warum setzt du dir ein so zeitkritisches Ziel und riskierst dabei dich körperlich und auch seelisch völlig zu verausgaben? Dass man sich hohe Ziele stecken muss, ist klar. Das mache ich auch und manchmal muss ich mir auch sagen, dass ich jetzt schon mal ein bisschen mehr ranklotzen sollte, aber ganz viele junge Autoren setzen sich so knackige Ziele, dass ich mich immer wieder frage, ob ich mit meinem Grundsatz: „Wenn ich etwas mache, dann richtig, auch wenn es ein bisschen länger dauert“ so falsch liege? Am Anfang hatte ich mir auch ganz andere Ziele gesteckt, wollte Band 1 meiner Reihe schon längst bei Verlagen in Bewerbung haben. Dann ist mir aber aufgefallen, dass die Geschichte so viel mehr in sich trägt und ich noch sehr viel daran arbeiten muss. Nicht nur korrigieren und besser formulieren, besser beschreiben etc., sondern ganze Teile von Hintergründen anschneiden, einbringen und neu erfinden muss, einfach weil die Geschichte jeden Tag wächst. Nimmt man sich mit dieser schnellen Vorgehensweise nicht etwas ganz Entscheidendes weg? Die Vollkommenheit der Story? Ich rede nicht von Perfektionismus, nur davon, dass die Geschichte vielleicht noch nicht fertig ist, wenn man sie so schnell veröffentlicht. Im Studium und auch in den vielen Ratgebern oder Biografien von Bestsellerautoren habe ich gelesen, dass eine gute Geschichte um die 4 Jahre im Kopf reift, ehe die meisten anfangen sich überhaupt dazu Notizen zu machen. Dann dauerte es bei vielen nochmals gute 2-4 Jahre, ehe das Buch veröffentlicht wird. Mir ist aufgefallen, dass das aber eine ältere Generation von Autoren ist, die das sagen. Warum machen es die jungen Autoren also anders? Warum ist alles von so viel Geschwindigkeit belastet, obwohl doch gerade ein gutes Buch Zeit braucht?
    😀 Klingt bisschen dramatisch, aber ich dachte ich nutze die Chance dich zu fragen, weil es dir so wichtig ist, im Januar zu veröffentlichen, was du gerade erst begonnen hast und ich diese Schnelllebigkeit der heutigen Zeit in vielen Dingen gutheiße, aber mich frage, warum das auch beim Schreiben mehr und mehr in den Vordergrund rückt.

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    1. Hey Jana^^

      Dazu musst du wissen, dass ich mein vorheriges Projekt – DaK – im November 2015 begonnen habe. Anfang 2016 habe ich es komplett umgeworfen und neugeschrieben. 3 Monate ruhen lassen, um es dann zu überarbeiten (2 mal) und an Testleser zu schicken. Die Anmerkungen habe ich dann eingefügt, doch bei der letzten Überarbeitung musste ich dann pausieren. Dies war ein Weg, der für mich wunderbar funktioniert hat. Und eigentlich wollte ich es bei jedem anderen Projekt ebenso machen. Je nach dem, was die Geschichte erfordert. Romance muss man wohl keine 3 Monate ruhen lassen. Vielleicht nur die Hälfte oder noch weniger.

      Weshalb ich mir diesen Termin gesetzt habe: Es ist quasi eine Herausforderung an mich selbst, die ich wahrscheinlich nie schaffen werde, weil allein die Überarbeitung 3 Wochen dauern wird. Die erste, wohl gemerkt. Und sicher werde ich keine Lektorin finden, die mir das Ding innerhalb von einer Woche lektoriert. Dennoch habe ich mir diese Deadline gesetzt, damit ich mein Ziel nicht aus den Augen verliere. Aus dem Grund habe ich auch schon ein Cover in Auftrag gegeben, welches wirklich wunderschön ist. All das soll dazu führen, dass ich nie wieder einen Rückzieher mache und nicht vergesse, was ich will. Denn meine Romance-Titel werde ich im SP herausbringen und sich dazu zu überwinden, ist nicht ganz so einfach.

      Ich weiß, dass meine Rohfassung, spätestens, im Dezember fertig ist. Wenn ich es schaffe, mit der Überarbeitung anzufangen, bevor ich Geburtstag habe, ist das schon ein kleiner Erfolg. Wenn ich noch weiter bin, ein größerer. Aber ich will es auf jeden Fall zu Testlesern geben und wenn die nicht zufrieden sind, wird mein Plan verworfen. Ich veröffentliche nichts, wenn ich mir unsicher bin, dass kann ich schon mal so sagen. Nur leider habe ich das Gefühl, seit über einem Jahr zu schreiben und irgendwie … keinen sichtbaren Erfolg zu sehen. Was sicherlich daran liegt, dass ich erst ab August angefangen habe zu überarbeiten. So habe ich nun zwar fertige Rohfassungen, aber weiter bin ich nur bei einem Projekt, das nun wieder auf Eis liegt.

      Das alles ist ein wenig frustrierend, weshalb ich versuche, mich selbst auszutricksen. Bei dem straffen Zeitplan kann ich mich nicht ewig vor der Überarbeitung drücken. Sie ist ein MUSS. Und wenn es nur deshalb ist, weil ich mein erstes Feedback haben will. Ob ich nicht doch einen Grund finde, mich wieder zu verkriechen, weiß ich nicht. Aber da ich das alles nun öffentlich gemacht habe, wird – hoffentlich – irgendjemand ab und zu mal fragen, wie weit ich denn bin. Und wenn es dann fertig ist wird es – hoffentlich – jemanden geben, der mir in den Arsch tritt und fragt „Sag mal, worauf wartest du denn noch?“

      Ich bin im Grunde kein Mensch, der alles huschhusch macht. Obwohl ich die Ungeduld mit Löffeln gefressen habe. Denn würde ich nicht das beste für meine Buchbabys wollen, wäre DaK schon im Lektorat und würde nicht brach liegen. Bei dem Post ging es einfach nur darum, mir selbst vor Augen zu führen, wie stressig diese Deadline wird. Denn das hab ich wirklich erst gesehen, als ich das mal aufgeschlüsselt habe *hust* Ich und meine Pläne xD Nun will ich erst einmal mit der Rohfassung voran kommen und dann sehe ich, bis wann die steht. Wahrscheinlich hocke ich mich heute Abend hin und entwerfe einen spätester-Veröffentlichungstermin-Plan, damit ich sehe, in welchem Zeitraum ich das wuppen kann. Also zwischen dem 26. Januar und Tag X. Irgendwo da wird dann der richtige Termin liegen.

      Und was einige andere Gründe für meinen Druck angeht: da kannst du mich gern privat anschreiben, damit ich sie dir sagen 😉

      Vielen Dank für deinen Kommentar und dein Interesse. Und wenn du ein Planungsfreak bist, sag mir doch gern, welche Methoden du nutzt. Journal, Kalender oder doch ganz anders?

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      1. Hallo Jenny ;),
        vielen Dank für deine Antwort. Ich war wirklich schon sehr gespannt darauf. Deine Gründe, deine Ziele so hoch zu stecken finde ich bewundernswert. Weil du nämlich nicht einfach sagst, dass du schnell veröffentlichen möchtest, sondern weil es dir zum einen um dein Baby geht, dass du mit Bedacht und Sorgfalt behandelst. Zum Anderen willst du deinen inneren Schweinehund überlisten, was ich noch viel besser finde. Ich drücke dir für deine Ziele ganz fest die Daumen, dass du immer Motivation findest und deine ‚wirklichen‘ Termine auch schaffst.
        Ja, ich bin ein Planfreak. Das findet nicht jeder in meiner Umgebung witzig oder gut. Aber nur mit einer guten Planung bringt man am Ende alle Vorhaben unter und kann sie nur dann verwirklichen. Wenn man einfach in den Tag lebt, wird das nichts. Ich arbeite mit Kalender und mache immer eine Monats und Wochenplanung. Sprich, ich plane ungefähr 3 Monate im Voraus meine Schreibziele, trage aber zuerst alle Aktivitäten ein. Zum Beispiel Konzerte, Geburtstage etc. Dann die Schreibziele, dann Fitness und dann alles andere. Wobei ich mir inzwischen viel Platz für Flexibilität lasse, da man ja auch einfach spontan bleiben möchte.
        Ich freu mich schon auf mehr privaten Austausch mit Dir und wünsche dir einen erfolgreichen Tag 😉
        Lg

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