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Alpha, Beta und Testleser – Was ist das und wozu braucht man die?

Bei meinen Texten bin ich nie zufrieden. Selbst nach der Überarbeitung.. Deshalb habe ich mir gedacht, das ich mal ein paar Leute frage, ob sie mal drüber schauen und mir ihre Meinung zu meinen Texten sagen. Das hat mich zu dem heutigen Thema gebracht.

Alphaleser sind nicht gleich Betaleser und die haben auch nichts mit Testlesern zu tun. Zumindest nicht, bei der „Definition“, die ich mir zurechtgelegt habe. Jeder Autor kann darunter etwas anderes verstehen und nutzt vielleicht nicht alle Varianten. Deshalb wie immer: alles was ich hier schreibe ist allein meine Meinung und niemand muss es so machen, wie ich.

 Alphaleser

Wie das Wort Alpha vermuten lässt, sind es einfach Leser, die deinen Text bekommen, noch bevor du in die Überarbeitung startest. Ich habe mir da eine bestimmte Person gesucht, die ebenfalls schreibt und mit Worten wie: Logikfehler, Plotlöcher, Charaktertiefe auch etwas anfangen kann und auch weiß, dass alles was da geschrieben steht nichts Endgültiges ist. Das ist sehr wichtig, denn im Prinzip könnte sich alles noch mal bei der Überarbeitung ändern, aber genau zu wissen, wo die großen Schwachstellen sind, tut unglaublich gut.

Als Autor weiß man natürlich, wie scheiße die „Alphaversion“ seines Manuskriptes ist und das sie noch vor Fehlern aller Art strotzt, aber damit muss man eben leben. Wenn beide Seiten das wissen und akzeptieren, funktioniert das eigentlich ganz gut.

Weshalb habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen? Wie gesagt, meine Krise. Ich habe kein Wort mehr zu Papier bringen können, ohne es sofort wieder zu löschen, war unzufrieden mit mir selbst und habe mich gefragt, was das überhaupt bringt. Ich war kurz davor wirklich alles hinzuschmeißen. Was hilft es, wenn ich hunderttausende Wörter schreibe, die so grottig sind, dass sie nie jemand lesen kann? Es ging also letztlich um die Frage: Kann ich überhaupt schreiben?

Damit meine ich nicht unbedingt Talent. Von dem Wort zu sprechen, fällt mir im Zusammenhang mit meinen Texten wirklich schwer. Nicht nur, weil das vermessen wäre, sondern weil ich mich selbst niemals als talentiert beschreiben würde. Deshalb hieß es eher: bin ich gut genug, um aus dem Text noch etwas herausholen zu können oder sollte ich das Schreiben lieber an den Nagel hängen?

Die Frage hängt noch in der Schwebe, da ich Kapitel ?? (eigentlich war es das Erste, aber der Plot würde so nicht funktionieren, deshalb habe ich noch keine Ahnung, welche Nummer das Kapitel bekommen wird. An dieser Stelle danke ich Nina schon mal für ihre Anmerkung <3) noch nicht zurückbekommen habe. Es bleibt also spannend ;D

Betaleser

Das sind die Leser, die eure überarbeitete Version in die Hand gedrückt bekommen. Bisher habe ich da drei Stück, auch wenn ich noch lange nicht so weit bin ihnen etwas zu schicken. Es ist einfach beruhigend zu wissen, dass sie da sind.
Meine Alpha ist übrigens hier auch wieder dabei. Das mag euch jetzt wenig sinnvoll vorkommen, aber immerhin habe ich ihre Anmerkungen zur ersten Überarbeitung genutzt. Da ist es wichtig zu wissen, wie ich diese umgesetzt habe. Außerdem hat sie ein gutes Gefühl für Sprache und viele andere Dinge, weshalb sie einfach unverzichtbar für mich ist.
Für meine Betaleser stelle ich bei jedem Buch einen eigenen Fragenkatalog zusammen, an dem sie sich orientieren können. Bei allem, wo ich mir unsicher bin, wo ich Probleme hatte und einfach nicht weiter weiß, habe ich mir im Dokument einen Kommentar gesetzt und bringe diesen Punkt mit in die Fragen ein.
Betaleser sollten möglichst auf alles achten, weshalb ich auch hier auf Personen zurückgreifen würde, die selbst schreiben. Immerhin kennen die sich am Besten aus^^

Testleser

Testleser sind all jene, die meinen Text bekommen, sobald er „fertig“ überarbeitet ist. Also noch vor der Veröffentlichung. Das hat einfach den Sinn und Zweck, dass ich so sehen kann, wie meine Geschichte ankommt. Sollten da noch ein paar Dinge auffallen, kann ich nämlich immer noch etwas daran ändern.

Hier muss nicht mehr auf Charaktertiefe oder sonst etwas geachtet werden. Es geht einfach nur darum, das Ding zu lesen und seine Meinung abzugeben. Deshalb fallen hier schon mal alle weg, die selbst schreiben. Ich suche mir hier einfach Menschen in meinem Umfeld, die gern lesen. Bekannte und Familie müssen hier her halten.

Brauche ich das alles wirklich?

Darüber kann man sich streiten. Ich für meinen Teil brauche es. Einfach, weil ich so unsicher bin, was das Schreiben angeht. Ein paar lobende Worte und konstruktive Kritik können da Wunder wirken. Deshalb schicke ich meiner Alphaleserin Kapitel für Kapitel. Nicht nur, damit sie von dem ganzen Text nicht erschlagen wird, sondern auch, weil ich gerade dieses Projekt schreibe, welches ich ihr vorsetze. Da ich aktuell gleichzeitig plane und schreibe, zieht sich dieser Prozess natürlich in die Länge, aber das macht nichts. Es muss eben sein, damit ich wieder ins Reine mit mir komme.
Über Beta- und Testleser kann ich noch nichts sagen, da ich diese Schritte noch nie gegangen bin, aber ich denke, so wie ich das plane, ist es gut. Mehrere Überarbeitungsvorgänge vor der Veröffentlichung (sollte ich je so weit kommen), schaden ja nicht. Deshalb brauche ich wohl alle drei Varianten, doch das muss nicht auf euch zu treffen.
Es kostet Überwindung jemanden eine Rohfassung zu schicken. Das kann ich euch sagen. Ich habe Wochen mit mir gerungen und es dann einfach gemacht. Ausschlaggebend war, dass meine Alphaleserin mir ebenfalls kapitelweise einen ihrer Texte gibt.
Weshalb das so beruhigend ist? Na ja, ich bin schon ein bisschen paranoid und gebe meine Werke wirklich nur ungern an Menschen, die ich kaum kenne und von denen ich nichts weiß. Doch nach über drei Monaten Kontakt hat sich das schon mal erledigt. Aber da sind immer noch ein paar Ängste. Sie könnte mit meinem Text machen, was auch immer ihr beliebt (nicht auf das Überarbeiten bezogen). Das wird sie nicht tun, da vertraue ich ihr. Aber nur zur Sicherheit habe ich ja auch ihren Text. Frei nach dem Motto: Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu. Versteht ihr, was ich meine?
Ich würde niemals die Idee von jemand anderem klauen, zumindest nicht bewusst. Was ich mit „nicht bewusst“ meine? Es kann immer vorkommen, dass ich eine Idee habe, diese nachverfolgt und dann feststelle „So was gab es schon! Plötzlich sind da mehrere Bücher, die meiner Idee ähneln, die ich aber nie gelesen habe. Das ist dann natürlich blöd, aber soll ich alles nur deshalb verwerfen? Nein. Ich lese dann einfach diese Bücher nicht. Zumindest nicht, solange ich noch an meinem Projekt arbeite. Somit sind alle „Ähnlichkeiten“ eher Zufall und nichts Abgekupfertes.
Beim Lesen des Textes meiner Alphaleserin sind mir Parallelen zwischen unseren Geschichten aufgefallen. Keine von beiden hat bei der anderen abgeschrieben und es sind zwei vollkommen unterschiedliche Geschichten. Aber einige Dinge, wie bestimmte Charaktereigenschaften und solche Kleinigkeiten, sind sich sehr ähnlich. Das kommt vor. Da Nina und ich oft ähnlich denken und viele Gemeinsamkeiten haben, ist das wohl auch unvermeidlich. Dennoch hab ich mit ihr darüber geredet, einfach damit sie weiß, dass ich nicht von ihr abgeschrieben habe/ ihre Idee geklaut habe.
Solltet ihr euch also entscheiden, eure Rohfassung jemanden zu schicken, solltet ihr dieser Person vertrauen können und sie sollte möglichst selbst schreiben, damit sie versteht, was ihr wollt und auch auf Dinge achtet, an dir ihr nicht denkt.
Habt ihr auch bestimmte Leser, die euren Text beackern oder nehmt ihr für jedes Projekt andere Personen? In welcher Phase nutzt ihr das Feedback dieser Leser oder macht ihr das lieber für euch?

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