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Schreibratgeber, Kurse und Studium – Brauche ich das wirklich?

Heute dreht sich alles um die Frage, ob ein Autor wirklich Ratgeber lesen muss, Kurse besuchen oder sogar ein Studium beginnen sollte. Hier geht es allein um meine Meinung und ich verurteile ganz sicher niemanden, der zu diesen Hilfsmitteln greift.

1. Schreibratgeber

Davon habe ich ein paar im Regal. Sol Stein, Mara Laue und Silvia Englert, um mal drei der Autoren zu nennen. Ich habe sie auch alle gelesen. Einige komplett, andere hingegen habe ich nur überflogen. Eins davon habe ich richtig „durchgearbeitet“ und ein anderes ist zu meiner „Schreibfiebel“ geworden.

Obwohl sich die meisten um allgemeine Themen drehen, also im Prinzip das gleiche Thema haben, sind doch gravierende Unterschiede festzustellen. Ich habe gelernt: auch ein Ratgeber muss ansprechend geschrieben werden! Es geht nicht um die bloße Vermittlung von Informationen, sondern darum, wie sie beim Leser ankommen. Bei einem zum Beispiel (Fritz Gesing – Kreativ Schreiben Handwerk und Technik des Erzählens) wird eine Unterscheidung zwischen Unterhaltungsliteratur und „gehobener Literatur“ (Der Mann hat sich anders ausgedrückt, aber so was es nun mal gemeint. Er schrieb: „Vom Anspruchsvollen zum Trivialen“). Schon da hatte das Buch für mich verloren, denn man merkte gleich, für welche Zielgruppe dieses Buch gedacht war. Ich musste so oft Begriffe nachschlagen… Da hab ich mir echt das ebook gewünscht, damit ich nicht mein Handy bemühen muss, wenn ich mal einen Absatz nicht verstanden habe.

Ich stelle mal ein Bild rein, ihr könnt euch sicher denken, welcher Absatz mich schlucken ließ. Schreib ich halt Trivialliteratur und wenn? Zu dem Thema hab ich mich ja schon mal geäußert. Wenn mich ein Buch mit in seine Welt trägt, ich mit den Figuren mitfiebere und es mich verzaubert, ist das für mich nicht trivial!

Sol Stein. Von allen in den Himmel gehoben, lange vergriffen und zu horrornden Preisen angeboten, gab es endlich eine Neuauflage. Die habe ich mir sofort bestellt. Ich mochte es nicht. Steinigt mich, aber es ist meine Meinung. Es enthält nützliche Tipps, keine Frage, aber auch hier hat mich der Stil nicht wirklich angesprochen. Einige Informationen sind mir bestimmt verloren gegangen, weil ich mich irgendwann einfach nicht mehr konzentrieren konnte. Und wer schon andere Ratgeber gelesen hat, wird auch hier nichts neues mehr finden.

Und da kommen wir zum Knackpunkt. Ein Ratgeber reicht! Allerdings dann bitte den Richtigen. Und damit meine ich keinen, den ich euch empfehle. Geht in die Buchhandlung, lest rein und entscheidet ob euch der Stil anspricht und die Informationen bei euch ankommen. Den Themen wie Plot, Charaktere, Setting, Perspektive und Show don’t tell werdet ihr in den meisten dieser „Allgemeinratgeber“ finden. Ich nenne sie so, weil es auch einige gibt, die sich nur bestimmten Themen zu wenden. Charaktererstellung, Überarbeitung, Exposé, Plot. Da werden diese Themen dann noch mal ausführlicher behandelt. Doch auch hier: im Grunde nichts neues. Ich habe hier noch ein Buch zum Thema Überarbeitung liegen, welches ich noch lesen muss. Aber ich mag es jetzt schon, weil es eine Checkliste enthält. Worauf muss ich achten, wie gehe ich am Besten vor. So was.

Doch ganz ehrlich … all diese Infos findet ihr auch im Internet. Weiter unten nenne ich euch zwei Seiten, die mir wirklich sehr geholfen haben.

So. Und jetzt verrate ich euch noch die beiden Ratgeber, die mir wirklich geholfen haben. „Von der Idee zum fertigen Text“ von Mara Laue (ich habe mir das Buch sogar noch mal gekauft, als eine erweiterte Ausgabe rauskam) und „Fantasy schreiben & veröffentlichen“ von Sylvia Englert (meine „Schreibfiebel“! Ich habe dieses Buch inhaliert und habe es dauerhaft in Griffweite). Ich fordere euch nicht auf, genau diese beiden Bücher zu kaufen. Wie gesagt, für euch sind sie vielleicht nicht so passend wie für mich. Das muss jeder für sich entscheiden.

2. Kurse und Seminare

Habe ich noch nie besucht, deshalb kann ich nicht aus Erfahrung sprechen. Ich würde das echt gern mal versuchen, aber in meiner Umgebung (Gott, Thüringen ist so wenig kreativ, dabei ist Weimar gleich um die Ecke!) gibt es echt nichts. Und leisten könnte ich es mir ehrlich gesagt auch nicht.

Aber ich halte es durchaus für sinnvoll. Nicht, weil es da plötzlich neue Informationen gibt, sondern einfach, weil ein Autor von seinen Erfahrungen berichtet. In einem Gespräch. Zu dem geht es auch darum das Gelernte anzuwenden und die Texte zu besprechen. Also Praxis. Da bekommst du bei Ratgebern nicht dazu ;-D

Aber es muss nicht. Leute, wenn es euch so wie mir geht und ihr kein Geld oder keine Gelegenheit habt, dann ist es kein Weltuntergang. Niemand wird zum Bestsellerautor, weil er mal einen Kurs besucht hat. Schwachsinn. Ja, dadurch kann man sich verbessern, aber es gibt auch Alternativen! Aber dazu später mehr!

3. Studium

Auch hier habe ich keine Erfahrungen. Und da es teuer ist, werde ich auch so schnell keine sammeln können. Aber ganz pauschal? NEIN. Jedenfalls nicht bei sgd und ils. Jeden Monat eine Aufgabe bekommen, die dann bewertet wird und dafür dann tief in die Tasche greifen? Wo noch nicht mal sicher ist, wer überhaupt da bewertet und nach welchen Kriterien? Nee. Danke. Auch da gibt es Alternativen.

Romanwerkstatt bei der Schule des Schreibens. Ich glaube es ist der teuerste „Studiengang“ den es da gibt, aber hier wird eben dein Projekt bewertet und mit dir zusammen daran gearbeitet. Das ist schon mal mehr, als nur irgendeine Aufgabe. Aber auch da bin ich unsicher und würde davon abraten. Von den Autoren, die dort „studiert“ haben, hab ich nämlich noch nie gelesen.

Einige Angebote hingegen wecken auch in mir die Neugier. Weil man eben von Autoren und/oder Lektoren betreut wird. Wie hier zum Beispiel: Akademie modernes Schreiben.

Aber auch hier: Es ist kein muss. Danach ist man kein „echter“ Schriftsteller und ich bezweifle irgendwie, ob die Kritiken ehrlich sind. Immerhin wollen die ja Geld verdienen, nicht wahr?

Alternativen

Zu den Schreibratgebern: hier kann ich euch zwei Seiten empfehlen, die mir wirklich immer weiter geholfen haben. Schreibnacht Magazin und Schreibwahnsinn. Dort gibt es alle nötigen Informationen und jeder einzelne Artikel ist locker geschrieben und leicht verständlich. IMMER. Und das obwohl bei beiden Seiten mehrere Autoren schreiben und nicht nur eine Person. Besucht einfach diese Seiten!

Zu den Kursen/Seminaren: Schreibforen. Dort findet man nicht nur Gleichgesinnte, mit denen man sich über das Handwerk austauschen kann, sondern Testleser und Kritiker. Ich will jetzt nicht hören „Aber die haben doch selbst noch nichts veröffentlicht!“. Dann das stimmt so ja nun mal nicht. Viele haben nämlich schon Werke veröffentlicht! Ob bei Verlagen oder als Selfpuplisher. Außerdem spielt das keine Rolle. Im Schreibnachtforum habe ich Autorinnen und Autoren kennengelernt, die einen Text auseinander nehmen, als wären sie gelernte Lektoren. Und zudem schreiben sie auch noch selbst wunderbar! Und nur, weil ein Autor veröffentlich wurde, ist es meiner Meinung nach kein Qualitätskriterium (ich lesen gerade ein Verlagsbuch und möchte weinen. Ich hab echt nicht verstanden, was das „auswaiden“ sollte. Dachte schon, bei mir läuft was falsch. Und dann die ständigen Wiederholungen. WIESO???). Weder für die eigenen Texte, noch dafür über die von anderen zu urteilen. AU?ERDEM lernt man so unglaublich tolle Menschen kennen. Zumindest ist es bei mir so. Ich habe mich im Internet noch nie so wohl und so verstanden gefühlt wie in diesem Forum. Pure Liebe, ich sag es auch ❤

Zum Studium: Einige Unis bieten Studiengänge an. Was in den USA Gang und Gebe ist, breitet sich nun auch in Deutschland aus. Finde ich gut! Allerdings gibt es Aufnahmetests. Aber auch hier: selbst nach einem 5 jährigen Studium gibt es keine Garantie auf Erfolg!

Und zu Guter letzt: Probieren geht über studieren xD

Nein, ehrlich jetzt. Vor einem Jahr saß ich da. Wollte jeden Schreibratgeber verschlingen, den es gibt und mich genau an die Vorgaben halten. Ich wollte Kurse besuchen und so ein Studium machen. Ich habe schnell festgestellt, dass nicht jede Methode für mich funktioniert. Ist mir ja auch beim Plotten wieder passiert. Noch dazu gibt es keine „Anleitung“, wie man ein Buch schreiben sollte, der man dann Schritt für Schritt folgt. Wäre ja schon oder? Nee wäre es nicht. Da ginge doch dann die Individualität verloren. „Bücher von der Stange“ sozusagen. Das will doch keiner lesen!

Jetzt sitze ich hier. Schreibe diesen Artikel und rate euch: macht das, was zu euch passt und was ihr machen wollt. Holt euch Ratschläge ein, aber vergesst nie: was für den einen Autor funktioniert, ist für den anderen Mist. So ist das nun mal. Findet zu eurer Methode, zu eurem Stil und ihr werdet sehen, wie gut es euch tun wird.

Meine Texte sind auch gespickt mit Adjektiven und ohne Bespreibungen. Damit habe ich einfach Probleme, weshalb ich das beim Überarbeiten richten muss. Manchmal bin ich (gerade bei Adjektiven) aber so betriebsblind, da müssen dann die Testleser ran XD

Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Tag. Falls ihr Kurse belegt habt oder so ein Studium macht, würde ich mich freuen, wenn ihr mir eure Erfahrungen mitteilt. Ich hoffe ich bin niemanden auf den Schlips getreten.

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